Bietigheim-Bissingen – Seit Montag fließt bei den Steelers der Schweiß in Strömen. Christian Brittig, der Trainer des Zweitligisten SC Bietigheim-Bissingen, kennt kein Pardon. Wer im Winter Eishockey-Siege und Punkte ernten will, muss im Sommer leiden – im Kraftraum und auf der Laufbahn.

Beim Hanteltraining im Sportstudio Ballkult und mit intensiver Konditionsarbeit im Ellental-Stadion unterziehen sich Kapitän Heiko Smazal und seine Teamkollegen der alljährlichen Tortur. Erst Anfang August dürfen sie in ihre gewohnten Arbeitsgeräte, die Schlittschuhe, schlüpfen.
Ab Donnerstag, 6. August, läuft in Heilbronn ein Vorbereitungsturnier mit den gastgebenden Falken sowie den Erstligisten Adler Mannheim und DEG Metro Stars aus Düsseldorf. Das Saisoneröffnungsfest ist für den 15. August mit dem Spiel gegen Zweitliga-Aufsteiger Hannover Indians terminiert.
Beim Pressegespräch gestern im Fitnessclub jonny-m. Bietigheim kam erneut die Hallenfrage aufs Tapet. Der Sportliche Leiter Michael Komma bezog eindeutig Stellung: „Eine Halle braucht Bietigheim auch für die zweite Liga. Das Eisstadion im Ellental ist nicht auf dem Niveau der anderen Zweitligisten.“
Komma will mit dieser Feststellung keinen Druck auf die Stadt und den Gemeinderat ausüben. Ihm geht es um eine realistische Beurteilung der Situation. Auf finanzielle Abenteuer werden sich die Steelers auch künftig nicht einlassen.
Nach der vergangenen Saison musste der gefeierte Zweitligameister den Gedanken an die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ad acta legen, weil diese wirtschaftliche Größenordnung im Ellental (noch) nicht darstellbar ist. Komma: „Da können wir mit den großen Städten und ihren großen Hallen nicht mithalten.“
Statt falscher Versprechungen an die Fans plädiert Komma für eine Planung auf Sichtweite. Trainer Brittig gibt erneut das Erreichen der Play-offs als Ziel aus – mehr nicht. „Der Gesamtkader ist von der Qualität her etwas niedriger einzuschätzen“, räumt Brittig ein. Schließlich sind ein halbes Dutzend Akteure aus dem Aufgebot ausgeschieden, der freilich sehr üppig besetzt war.
Zwei weitere Angreifer wünscht sich Brittig noch, ansonsten setzt er auf einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Er kann mit einer eingespielten Truppe an den Start gehen.
Erich Wagner
Quelle: www.ludwigsburger-kreiszeitung.de



