Bietigheim-Bissinger Eishockeycracks heute in Heilbronn - Am Sonntag gegen Freiburg
Die Steelers dominieren die Zweite Eishockey-Bundesliga. Am Wochenende ist für sie Derbyzeit: Morgen spielen sie bei den Heilbronner Falken (18.30 Uhr), am Sonntag empfangen sie die Freiburger Wölfe.

Neben den Topreihen setzten auch Max Seyller (rechts, gelber Helm) und Rene Schoofs (links vorne) in ihrer Sturmreihe Akzente und haben ihren Teil zum tollen Saisonstart beigetragen. Heute stehen sie in Heilbronn auf dem Eis. Foto: Avanti
Die Lobeshymnen auf die Steelers des SC Bietigheim-Bissingen erklingen laut und unüberhörbar durch die Zweite Bundesliga. Alle sechs Punktspiele hat die Mannschaft von Trainer Christian Brittig bislang gewonnen, dabei lediglich im Spitzenspiel in Bad Tölz durch den Erfolg im Penaltyschießen einen Punkt abgegeben. Ein Novum ist der tolle Saisonstart der Steelers nicht. In der Saison 2002/03 gelang der damaligen Bietigheimer Mannschaft schon einmal ein Start mit sechs Siegen. Die erste Niederlage folgte am siebten Spieltag, als die Steelers in Straubing im Penaltyschießen verloren haben.
Auch morgen steht der siebte Spieltag auf dem Programm, zu Gast ist das Brittig-Team zum Derby bei den Heilbronner Falken. Die würden sicher allzu gerne vor heimischem Publikum die Siegesserie der Steelers stoppen. Nach fünf Spielen weisen die Heilbronner zwei Siege und drei Niederlagen auf, das letzte Heimspiel haben sie am vergangenen Freitag gegen Landshut mit 6:3 gewonnen, zwei Tage später dann in Ravensburg 3:5 verloren und den Tower Stars so den lange ersehnten ersten Saisonsieg gestattet.
Der eher durchwachsene Saisonstart der Falken hat seine Gründe, und die liegen in erster Linie im personellen Bereich, vor allem in der Defensivabteilung. Trainer Rico Rossi musste auf die Neuzugänge Anderson, Fendt und Pyka verzichten, hatte mit Aaron Power nur einen seiner Verteidiger zur Verfügung, die er für die ersten vier Positionen fest eingeplant hatte. So mussten junge Leute, die Rossi langsam heranführen wollte, früh in verantwortungsvolle Rollen schlüpfen, Mittlerweile ist zumindest Anderson wieder fit, bildet mit dem sehr offensivfreudigen Power ein Duo. Ein großer Hoffnungsträger, und das nicht nur fürs heutige Derby, sondern für den weiteren Saisonverlauf, ist Neuzugang Ian Mac Neil, der bei seinen ersten Einsätzen für die Falken sowohl gegen Landshut, als auch in Ravensburg ein Tor erzielt hat. Durch die Verpflichtung von Mac Neil, der Rückkehr von Anderson und den deutschen Pass für Nemirovsky, den er dieser Tage bekommen hat und die Kontingentstellen nun nicht mehr belastet, hat sich die personelle Situation bei den Falken erheblich entspannt. Mac Neil bildet mit Edwardsson und Petrozza eine Sturmreihe, Nemirowsky rückt an die Seite von Caudron und Calce, den Erfolgsgaranten in der vergangenen Saison. Samendinger, Mifsud und der Ex-Bietigheimer Schlager gehen als dritter Sturm aufs Eis. Da Trainer Rossi wohl schon heute im Derby mit vier Reihen spielen lassen wird, gesellt sich jeweils ein Center aus den ersten drei Reihen zu Filobok und Ritter.
In der Saison 2008/09 liegen die Steelers gegen Falken knapp vorne, allerdings nur in den Testspielen. Dem 3:1-Sieg in Heilbronn beim Distelhäuser-Cup setzten die Falken in Bietigheim ein respektables 2:2 entgegen.
Bei den Steelers läuft es derzeit prima, die Mannschaft erntet den Lohn für ihre harten Trainingsmühen. Trainer Christian Brittig hat bei der Zusammenstellung der Reihen den richtigen Riecher bewiesen, alles passt beinahe optimal zusammen. Vor allem in der defensiven Stabilität, im Powerplay und im Ausnutzen der Torchancen haben die Steelers enorm zulegt. Nahezu in jedem vierten Powerplay erzielen sie ein Tor. Da zahlen sich die Verpflichtungen der angriffslustigen, mit Übersicht und Auge agierenden Verteidiger Andres, Robitaille und Geipel aus. Kelly, Walton und Serikow bilden einen Paradesturm, auch die anderen Reihen passen, extrem gut drauf sind derzeit Schmidt, Degn und Kaufmann. Für die Defensivabteilung zeichnet sich bald das Comeback von Kapitän Heiko Smazal ab.
"Wir bleiben auf dem Boden und genießen momentan, dass wir so erfolgreich spielen", gibt sich Steelers-Sportdirektor Michael Komma entspannt. "Wir sind ja nicht erst seit gestern im Geschäft und wissen, dass jedem Hoch ein Tief folgen kann", geht der Eishockey-Fuchs gelassen mit der erfreulichen Situation um, wohl wissend, dass die Konkurrenz die Steelers mehr und mehr ins Visier nehmen wird.
VON CLAUS PFITZER
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de

