Steelers vergeigen ersten Matchball
Nach ganz schwacher Vorstellung gegen Eispiraten des ETC Crimmitschau mit 1:2 verloren
Die Steelers konnten den ersten Matchball zur Play-off-Teilnahme nicht verwandeln, unterlagen gestern vor rund 1 600 Zuschauern den Eispiraten des ETC Crimmitschau mit 1:2 (0:1, 0:0, 1:1).

Steelers-Stürmer Steve Washburn (vorne) hatte zwar die ein oder andere gute Szene, Entscheidendes konnte aber auch er nicht beitragen. Foto: Avanti
Vergangenen Freitag beendeten die Steelers noch mit einem 5:3-Sieg beim Vorletzten Lausitzer Füchse eine Niederlagenserie von vier verlorenen Spielen in Folge. Damit hatten sie sich selber in die Situation gebracht, gestern gegen den Tabellenachten ETC Crimmitschau mit einem Heimsieg - zwei Zähler hätten gereicht - vorzeitig und aus eigener Kraft die Teilnahme an den Play-offs zu sichern. Doch diesen Matchball konnte der SC Bietigheim-Bissingen nicht verwerten und bot dabei seinen Fans zudem eine ganz schwache Vorstellung.
Dabei stand der SC mit einer völlig ungewohnten Formation auf dem Eis, die allerdings so auch nicht mehr aufgeboten werden sollte. Ohne Schoofs, Seyller, Beck (alle dabei, aber nicht eingesetzt) und Grover (nicht auf der Bank), so wie den verletzten Kelly, lief so gut wie nichts zusammen, war es über weite Strecken Kampf, Krampf und ein Gewürge, was die Jungs von Trainer Christian Brittig zustande brachten. Nicht, dass Crimmitschau spielerisch besser gewesen wäre, aber die ETC-Cracks, die nun ganz nah dran an der Sensation Play-off-Teilnahme sind, waren einsatzbereiter und zeigten insgesamt den größeren Willen.
Dass die Eispiraten in dieser Partie so richtig Lunte rochen, lag auch am frühen Führungstreffer der Gäste. Bereits nach 2:51 Minuten nutzte der ETC das erste Überzahlspiel dieser Partie (Hart saß in der Kühlbox) durch den Ex-Bietigheimer Patrick Grandmaitre zum 1:0. In Folge hatten die Steelers zwar Chancen durch Washburn (4.), Hagelberg (13.) und Heilman (16.), doch war bei ETC-Torhüter Martinovic immer Endstation. In den Schlussminuten des ersten Drittels mussten die Steelers dann rund drei Minuten in doppelter Unterzahl überstehen, meisterten dies aber ganz gut. Weniger gut nutzten sie dann zu Beginn des zweiten Drittels eine eigene zweifache Überzahl. Dafür hatte Hart in der 24. Minute und bei fünf gegen fünf eine gute Chance, fand aber wiederum in Martinovic seinen Meister. In der 26. Minute verfehlte Jacques knapp den ETC-Kasten. Danach ging es steil Berg ab mit den Steelers. Nichts lief mehr zusammen, der ETC kam auf. Zunächst wurde das vermeintliche 2:0 für die Gäste wegen Torraumabseits nicht gegeben (29.), eine Minute später bügelte SC-Keeper Koslow einen dicken Patzer von Wrobel aus, rettete gegen den allein auf ihn zulaufenden Heinrich (30.). Und in der 39. Minute parierte Koslow einen Penalty von Becker. Wobei die zum Penalty führende Situation - Kesa soll Martens gefoult haben - nie eine solche Strafe rechtfertigte. Wie auch immer, die Steelers hatten Glück, das es nach 40 Minuten immer noch nur 0:1 hieß.
Dafür dauerte es nicht lange, bis es im letzten Abschnitt 0:2 (42:39) stand. In zweifacher Überzahl - Schweiger und Kathan saßen in der Kühlbox - traf Liebenov zwar aus kurzer Distanz den Puck gar nicht richtig, der aber dadurch über den machtlosen Koslow hinweg ins Tor flatterte. Allerdings hatten die Gäste diesen Treffer gut rausgespielt, Liebenov nach Vorarbeit von Gleich und Becker freigespielt.
Was der SC in Folge auch versuchte, es wirkte ohne jeglichen Zusammenhang, einfach kopflos. In der 48. Minute bekam Jacques allerdings erneut eine gute Chance, doch war Martinovic abermals mit einem Klasse-Reflex zur Stelle.
Dann wurde es aber doch noch einmal spannend. Nach 53:35 Minuten erzielte Matthias Hart, bei Überzahl SC und auf Vorarbeit von Kathan und Serikow, das 1:2. Eine Torchance, den Ausgleich zu erzielen, ergab sich aber nicht mehr. Und verdient wäre der auch nicht gewesen.
Vor den letzten vier Spielen haben die Steelers bei 74 Punkten nun zwölf Vorsprung auf den neuen Neunten EHC München (62). Allerdings können die Tower Stars Ravensburg (derzeit 61) am Dienstag wieder auf Platz neun vorrücken, sollten sie ihre Partie des 48. Spieltages beim SC Riessersee gewinnen. Auf den Achten ETC Crimmitschau hat der SC Bietigheim-Bissingen jetzt nur noch neun Punkte Vorsprung. Dabei spielt Crmmitschau kommenden Freitag zuhause gegen Ravensburg. Die Steelers empfangen am Freitag den REV Bremerhaven, ein Team, dass dem SC auch noch nie so richtig gelegen hat.
VON ANDREAS KLEINERT
Quelle: Bietigheimer Zeitung

