Auftakt bei den Steelers - Sportdirektor Komma mit klarer Zielsetzung und Zweifeln an der DEL
Mit der klaren Zielsetzung, unter die ersten vier Mannschaften im 13-er-Feld zu kommen und die Play-offs mit Heimrecht zu beginnen, gehen die Steelers in die Saison 2008/09 in der Zweiten Eishockey-Bundesliga.
Startklar: Neuzugänge der Steelers mit Trainer Brittig vor dem gestrigen Leistungstest auf der Laufbahn im Sportpark Ellental, v.l.: Sinisa Martinovic, Andreas Geipel, Dirk Hammer, Trainer Christian Brittig, Doug Andress, Herbert Geisberger, Juri Kaufmann und Brent Walton. Stephane Robitaille stößt heute zum Team, Gregory Schmidt morgen und Kaspar Degn am Sonntag. Fotos: Helmut Pangerl
Gestern in der Früh bat Steelers-Trainer Christian Brittig zum ersten Training, am Nachmittag steckten er und Sportdirektor Michael Komma die Ziele für die Saison 2008/09, die Mitte September beginnt, ab. Der 24-Mann-Kader ist bestens aufgestellt, die Bietigheimer sind ein Topkandidat auf die Meisterschaft. Mehr ist nicht drin, es soll 2009 keinen Aufsteiger in die DEL geben.
Zum Trainingsauftakt waren gestern 19 Spieler versammelt, darunter am Rande der Laufbahn Florian Jung, der einen Bänderriss auskuriert. Das erste Eistraining findet ab dem 4. August statt. Bis dahin trimmt Trainer Christian Brittig seine Cracks drei Wochen lang jeweils von Montag bis Donnerstag zweimal täglich im Sommertraining auf der Laufbahn wie gestern im Sportpark Ellental, im Kraftraum oder im BallKult. Gestern standen unter wissenschaftlicher Anleitung und Aufsicht Leistungstests auf dem Übungsplan. Passen mussten noch Alexander Dotzler wegen einer Krankheit und Youngster Marcel Neumann, der seine Gesellenprüfung ablegte. Stephane Robitaille steigt heute ins Training ein, Gregory Schmidt morgen und Kaspar Degn trifft Sonntag in Bietigheim ein. "Da war viel Überzeugungsarbeit nötig. Für viele Spieler ist der frühe Trainingsbeginn ein Problem. Das ist überhaupt das schwierigste, um Spieler nach Bietigheim zu verpflichten", spricht Christian Brittig den frühen Start an. Dabei besteht er darauf, dass von Anfang an alle dabei sind. "Da geht es um Kraft, Ausdauer und Prävention, aber auch um Teambuilding", erklärt der Trainer. "Wenn dann welche trotzdem zusagen spricht das für sie", freut sich Michael Komma, dass es gelungen ist, im Rahmen der finanziellen Gegebenheiten viele Spieler von der Wunschliste zu verpflichten. Der finanzielle Rahmen, der dem Sportdirektor zur Verfügung stand, war größer als im vergangenen Jahr. "Durch Umschichtungen wegen auslaufender Verträge hatte Michael Komma mehr Spielraum", erklärt Geschäftsführer Volker Schnabel, der den genauen Etat für den Profispielbetrieb nicht nennen will, nur so viel sagt: "Etwa wie im vergangenen Jahr."
Michael Komma und Christian Brittig haben den Spielraum sehr gut ausgenutzt. Während die Konkurrenz noch immer dabei ist, ihre Kader zu vervollständigen und wettbewerbsfähig zu machen, steht das Steelers-Aufgebot schon seit Monaten fest. Sportdirektor Michael Komma und Trainer Brittig haben konzeptionell und frühzeitig ganze Arbeit geleistet und ihre Wunschkandidaten weitgehend verpflichten können, die Spieler gehalten, die sie halten wollten und so ein erlesenes Ensemble beieinander. "Wir sind total überzeugt von der Mannschaft. Wir wollen unter die ersten vier und mit Heimrecht in die Play-offs gehen", bringt Komma die klare Zielsetzung auf den Punkt.
Ein Blick auf die Namen, die sich künftig mit dem neuen Steelers-Trikot kleiden (siehe unten), scheint den Sportdirektor zu bestätigen: Die Mannschaft hat an Qualität erheblich gewonnen, vor allem auf den Ausländerpositionen. "Wir hatten mehr Geld, mussten diesmal keine Verträge übernehmen. Dafür haben wir mehr individuelle Qualität geholt, können jetzt ein besseres Powerplay spielen. Wir haben unsere Schwachstellen der vergangenen Saison gesehen und daran gearbeitet", so Komma. Die Auswahl an Spielern hat durchaus das Zeug zu mehr und auch zur Nähe zum Play-off-Finale. Aber: 2009 ist kein Aufsteiger in die DEL vorgesehen, aufsteigen könnte nur dann ein Club, wenn der zumindest vorübergehend geschlossenen Gesellschaft einer aus wirtschaftlichen Gründen ade sagen müsste. "Das nimmt der Liga den Anreiz weg, die Regelung ist prinzipiell katastrophal. Das kann nicht im Interesse des Sports sein", bedauert Komma. Er ist sich aber sicher: "Ich glaube, dass sie sich besinnen. Das ist nur eine Frage der Zeit, bis der Beschluss kippt, der hält vielleicht nicht mal ein Jahr. Die Tür zur DEL ist nicht zu. Wie lange halten den Beschlüsse im deutschen Eishockey?", fragt sich nicht nur der Sportdirektor. Und alle kennen aus Erfahrung die Antwort.
VON CLAUS PFITZER

Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de

