Wirkungslose Umstellungen Versuch, die Torflaute zu beenden, endet in noch schwächerer Leistung
Die schwache Steelers-Vorstellung vergangenen Sonntag beim 1:2 gegen den ETC Crimmitschau - Trainer Brittig hatte sich das ganz anders vorgestellt, aber mit dem Gedanken an Offensive keinen Erfolg.

Hier enteilt zwar Steelers-Stürmer Alexandre Jacques (rechts) dem Crimmitschauer Klenner, ein Treffer gelang aber auch ihm gegen die Eispiraten nicht. Foto: Avanti
Noch rund zwei Stunden nach der Niederlage gegen Crimmitschau wirkte Bietigheim-Bissingens Trainer Christian Brittig total niedergeschlagen, aber auch nachdenklich. Schließlich hatte er versucht, mit Umstellungen mehr Torgefahr aufs Eis zu bringen, nachdem es zuletzt vor allem zuhause nicht mit dem Tore schießen klappen wollte. Doch der gewünschte Erfolg wollte sich nicht einstellen. Ganz im Gegenteil, boten die Seinen eine ganz schwache Vorstellung.
Mit Schoofs und Seyller ließ Brittig zwei Stürmer draußen, die zwar immer durch Kampfgeist bestechen, aber so gut wie keine Tore erzielen. Allerdings soll Seyller nach seinem Handbruch auch noch nicht wieder topfit und am Freitag in Weißwasser nicht gut zu Rande gekommen sein.
Wie auch immer, an der Seite von Florian Jung spielten gegen Crimmitschau nun Rod Hinks und Martin Schweiger. Ein Trio, das überhaupt keine Bindung hatte, nach vorne gar nichts bewegen konnte und im Rückwärtsgang große Probleme hatte. "Meine Gedanke war, nachdem Hinks in Weißwasser eine ganz gute Partie gemacht hatte und auch einen Treffer erzielte, dass er gemeinsam mit Schweiger im dritten Block für mehr Torgefahr sorgen könnte. Leider hat das nicht funktioniert." Um es drastisch zu formulieren. Selbst ein halber Seyller, gemeinsam mit Schoofs und Jung hätten nicht schlechter aussehen können. Zumal Schweiger im System Brittig vom Saisonstart weg bis heute keinen Fuß auf den Boden bekommen hat und letztlich eine Saison hinter sich bringen wird, die er wohl ganz schnell vergessen möchte.
Kaum besser sah am Sonntag die Reihe Washburn/Jacques/Hagelberg aus. Einer wie der andere wirkte bei allem Bemühen im Ganzen verloren. Wenn auch keine Bäume ausreißend, so zeigte sich die seit der Kelly-Verletzung Not-Erste-Reihe Serikow/Hart/Heilman noch am geschlossensten. Und nicht von ungefähr erzielte Hart auf Zuspiel von Serikow, bei Überzahl SC, das 1:2. Mit diesem Tor untermauerte Matthias Hart auch seinen zuletzt erkennbaren Aufwärtstrend. Wer weiß, ob seine Zukunft nicht doch bei den Steelers liegt.
In wie weit dies auf den erst kürzlich dazugestoßenen Verteidiger Donny Grover zutrifft, ist äußerst fraglich. Einem guten Einstand von zwei, drei ordentlichen Spielen folgten weit weniger gute Vorstellungen. Dabei offenbart Grover vor allem Konzentrationsschwächen, leistet sich immer wieder Leichtsinnsfehler. Zuletzt in Weißwasser kassierte er gleich drei Zeitstrafen, davon zwei hintereinander. Folge: Denkpause gegen Crimmitschau.
Bleibt mit Viktor Beck noch ein stürmender Youngster, der gegen die Eispiraten zwar im Team war, aber nicht zum Einsatz kam. Allerdings konnte er schon einige Male in dieser Saison sein Können unter Beweis stellen , brachte es dabei auf einen Treffer und drei Assist. Brittig will den am gestrigen Montag 20 Jahre alt gewordenen Beck aber nicht verheizen. Zumal der noch mit Förderlizenz für den Stuttgarter EC spielt.
Dies tut allerdings auch Verteidiger Marcel Neumann, wie Beck ein Eigengewächs. Und der 19-Jährige bekommt momentan die Chance von Brittig und nutzt sie bravourös. Auch gegen Crimmitschau machte er ein gutes Spiel, löste seine Aufgabe gut. Vergleicht man die Auftritte von Beck, Schweiger und Hinks, ist man geneigt, regelrecht nach Beck zu schreien.
Welche Überlegungen Christian Brittig in den kommenden Tagen auch anstellt und zu welchen Entscheidungen er kommt - kommenden Freitag haben die Steelers erneut Heimrecht. Und im viertletzten Spiel der Doppelrunde die zweite Chance, den Einzug in die Play-offs vorzeitig und aus eigener Kraft zu sichern.
Der Druck, dabei ein gutes Spiel abzuliefern, ist nach den vergangenen Wochen und zuletzt dem Spiel gegen Crimmitschau deutlich gestiegen. Da helfen auch alle berechtigten Argumente von wegen Verletzungen und so weiter nicht.
VON ANDREAS KLEINERT
Quelle: BZ

