SPD-Ortsverein diskutiert über die Zukunft der Eishalle
Das Thema Eishalle stand bei der jüngsten Zusammenkunft des SPD-Ortsvereins auf der Tagesordnung. "Die Stadt muss in jedem Fall was tun", sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing, der zu Gast war
Modernisierung, Abriss oder Neubau: Bei der SPD hat die Meinungsbildung über die Eishalle erst begonnen. Foto: Helmut Pangerl.
In der SPD-Gemeinderatsfraktion habe der Meinungsbildungsprozess über die Zukunft der Eishalle erst begonnen, berichtete Fraktionsvorsitzender Volker Müller. Aufenthalts- und Duschräume in der Halle seien in einem "blamablen Zustand" und auch der Lärm sei nicht mehr zumutbar. "Dies alles", so Müller, "schreit nach einer Veränderung". Ob man die Halle nun renoviere oder gleich auf eine großen Lösung, sprich Multifunktionshalle, einschwenke, sei alles "eine Frage des Geldes", so Müller weiter.
In der Diskussion wurden dann allerlei Fragen aufgeworfen. Etwa, was passiert, wenn die Steelers absteigen und dann das Publikum ausbleibt? Angesprochen wurde, mit Blick auf die gemeinsame Nutzung einer Multifunktionshalle, auch die Vereinbarkeit der Saison der Handballer und der Steelers. Eine Bewohnerin aus den Kreuzäckern sprach die Verkehrsproblematik an, vor allem bei der Zu- und Abfahrt nach Großveranstaltungen. Schon jetzt gebe es in den Kreuzäckern, etwa beim Pferdemarkt, große Parkprobleme.
Oberbürgermeister Jürgen Kessing bezog dann ausführlich zur Eishalle Stellung. Auch er beklagte den Zustand der Eishalle, Brandschutz und Fluchtwege seien unbefriedigend.
Die Vorgehensweise bei der Modernisierung der Eishalle mit derzeit 3500 Zuschauerplätzen erklärte Kessing anhand eines Dreisprungs. So müsse die bestehende Halle "für einen Betrag X" in jedem Fall auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Steigen die Steelers jedoch in die 1. Liga auf, würde diese Ausbaustufe aber nicht ausreichen. So schreibe der Verband unter anderem vor, mindestens 5000 Sitzplätze anzubieten, Videowürfel müssen vorgesehen werden und repräsentante Räume für Sponsoren und ausgewählte Gäste vorhanden. "Dieser Ausbau", so Kessing, "kostet dann den Betrag Y".
Würde man diese Variante dann noch so weit erweitern, um dann in einer Multifunktionshalle auch noch andere Sportarten und Veranstaltungen anbieten zu können, komme der Betrag Z dazu.
Zur Finanzierung gebe es "viele Möglichkeiten", sagte der Oberbürgermeister. In welcher Größenordnung sich dies abspielt, zeigte sein Hinweis auf den Verkauf eines Namensrechts für die Halle. So hat das Unternehmen Daimler schon 1992 für "Gottlieb-Daimler-Stadion" zehn Millionen Mark an die Stadt Stuttgart bezahlt. Hinzu müsse man auch noch die Zuschüsse des Landes rechnen.
Als ergänzende Veranstaltungen in einer Multifunktionshalle, mit der Grundauslastung Eishockey, nannte Kessing, Handball-Länderspiele, Tanzturniere, "Oldie Night", SWR-Tanzparty, Kabarett und Operninszenierungen. Außerdem gebe es in der Stadt auch ein großes Auktionshaus für Briefmarken, das eine solche Halle für Ausstellungen nutzen könnte.
Ausgeschlossen werden soll Moto Cross oder Reitturniere - Veranstaltungen, die auf der abgedeckten Eisfläche nicht machbar seien.
Auch auf die Zu- und Abfahrtssituation ging Kessing ein. So könnte eine neue Multifunktionshalle auf dem jetzigen Parkplatz gebaut werden, der Eingang auf der von den Kreuzäckern abgewandten Seite. Parkplätze könnten dann auf dem jetzigen Eishallengelände gebaut werden, mit Abfahrtsmöglichkeit ebenfalls auf der von den Kreuzäckern abgewandten Seite. "Dies wäre eine Lösung für die Geräuschprobleme". So habe Bietigheim-Bissingen durchaus noch Nachholbedarf, was den Bekanntheitsgrad der Stadt angehe. Gleichzeitig erreiche die Stadt mit ihrer mittelzentralen Funktion über 120 000 Menschen. Dies, so Kessing, dürfe man in der Diskussion nicht außer Acht lassen.
So werden Vorschläge mit verschiedenen Lösungsansätzen für die Eishalle in den nächsten Monaten vorgelegt werden. Darin dargestellt werden nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die Kosten für den Unterhalt, die, so der Oberbürgermeister, "überschaubar" bleiben sollen.
In Einem ist sich Kessing allerdings sicher. Wenn der Komfort in einer neuen Halle erst einmal da ist, "kommen auch die Zuschauer".
VON JÖRG PALITZSCH
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de

