Zehn neue Spieler haben die Steelers verpflichtet. Darunter ist mit Andreas Geipel einer der besten deutschen Zweitliga-Verteidiger der vergangenen Saison. Wir stellen den 28-Jährigen vor.

Der Mann mit der Nummer 21 ist einer von zehn neuen bei den Steelers: Verteidiger Andreas Geipel. Foto: J. Christ
Während derzeit der Lebensunterhalt in erster Linie von Steelers-Hauptsponsor Porsche finanziert wird, war auch schon BMW der Lohngeber für Andreas Geipel. Dort hat der in Landshut geborene Verteidiger eine Lehre als Lagerist absolviert. Und überhaupt Landshut. Bisher drehte sich für den 1,86 Meter großen und 85 Kilo schweren Geipel alles um die Regierungshauptstadt von Niederbayern (seit 1839), die rund 63 000 Einwohner hat. Mit fünf Jahren begann er dort das Eishockeyspielen und durchlief sämtliche Jugendmannschaften beim EV. Hierbei war auch Alois Schloder einer seiner Trainer. "Da war ich noch ganz jung. Aber wenn du als kleiner Bub vor so einer Eishockey-Legende stehst, schaust du schon ganz gewaltig auf."
In der Saison 98/99 wechselte er dann zum benachbarten TSV Erding, spielte zwei Jahre im damaligen und so genannten German-Team unter Eishockey-Legende Erich Kühnhackl. Mit der Spielzeit 00/01 war Geipel dann wieder ein Landshuter Cannibal, schaffte mit der Mannschaft den Aufstieg von der Ober- in die 2. Bundesliga und stand in Folge zwei Mal mit Landshut im Play-off-Finale. Zuletzt in der vergangenen Saison gegen die Kassel Huskies. Dass es beide Male nicht zum Aufstieg reichte, spornt den sympathischen Niederbayer nur an. "Vor allem gegen Kassel war es wahnsinnig spannend und verdammt eng. Da haben wir ja erst im alles entscheidenden fünften Spiel in Kassel nach Verlängerung verloren. Ich möchte auf jeden Fall mal deutscher Zweitliga-Meister werden und dann rauf in die DEL. Wäre natürlich super, wenns mit Bietigheim klappt."
Dabei bedeutet der Wechsel zum SC Bietigheim-Bissingen für Andreas Geipel, zumindest sportlich, dass er erstmals seinen geliebten Wohnraum Landshut und Umgebung verlassen muss. Was zusätzlich eine Herausforderung darstellt, denn Geipel und seine Freundin Sabrina (26 Jahre), mit der er seit über dreieinhalb Jahren zusammen ist, haben im vergangenen Jahr in Landshut ein Haus gebaut, das gerade vor wenigen Wochen erst fertig geworden ist. "Ich bin quasi eingezogen und gleich wieder ausgezogen. Das war schon eine komische Situation." Ungewohnt auch, dass sich Geipel und seine Freundin - die im Übrigen, nur um noch eine weitere Automarke ins Spiel zu bringen, bei Mercedes arbeitet - sich nun nicht mehr regelmäßig sehen. Erstmals war sie am vergangenen Freitag in Bietigheim-Bissingen. "Das alles ist natürlich neu für uns beide. Wir telefonieren aber jeden Tag miteinander. Aber auf jeden Fall wird Sabrina in Landshut bleiben und nicht umziehen. Wir haben ja, wie gesagt, gerade erst ein Haus gebaut." In diesem könnte sich Geipel auch durchaus Kinder vorstellen. "Wir machen uns da keinen Stress. Aber eine Familie zu haben, ist bestimmt eine schöne Sache."
Hilfreich beim erstmaligen größeren Wechsel war für Andreas Geipel immerhin, dass er bei den Steelers viele bekannte Gesichter vorgefunden hat. Mit Trainer Christian Brittig, Patrick Koslow, Max Seyller, Dominik Hammer, Alexander Serikow und Heiko Smazal stehen noch sechs gebürtige Landshuter im SC-Team, die auch alle für Landshut gespielt haben und mit Andrej Kaufmann, Sinisa Martinovic und Brent Walton drei weitere, die schon für Landshut spielten. "Für einen Neuen ist es natürlich etwas einfacher, sich in ein Team einzufinden, wenn so viele ehemalige Mitspieler schon da sind. Das hat natürlich geholfen."
Mit seinem heutigen Trainer Brittig stand Geipel auch noch in Landshut auf dem Eis. "Christian Brittig hat sich sehr um mich bemüht. Er ist ein Trainer, der noch sehr nah dran ist und er beschäftigt sich mit neueren Trainingsmethoden. Ich habe hier, angefangen von der Sommervorbereitung, bis heute ein paar Sachen gemacht, die ich bisher gar nicht kannte. Aber ich merke, dass es mich voran bringt."
Von größeren Verletzungen ist der 28-Jährige bis heute so ziemlich verschont geblieben. "Das Schlimmste war ein Kahnbeinbruch der linken Hand und ein Innenbandriss am linken Knie." Wenn nichts Gravierendes dazwischen kommt, möchte Geipel bis etwas zu seinem 35. Lebensjahr Profi-Eishockey spielen. was dann kommt, darüber hat er sich noch nicht so viel Gedanken gemacht, laut eigener Aussage. Eines aber weiß er ziemlich sicher. "Also zumindest Stand heute werde ich kein Trainer. Das hat zwar schon mancher gesagt und ist es dann doch geworden, aber wenn ich nicht mehr Eishockey spiele, dann möchte ich auch mal die Wochenenden frei haben."
Während Andreas Geipel in Sachen Musik "querbeet hört, am liebsten aber Rock", gibts bei der Nahrungsaufnahme einen klaren Favoriten. "Tja, der Schweinsbraten von der Mama steht schon sehr hoch im Kurs."
VON ANDREAS KLEINERT
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de

