EISHOCKEY / ARBEITSSIEG FÜR STEELERS IM NACHHOLSPIEL GEGEN SCHLUSSLICHT REGENSBURG
Frühe Führung und späte Erlösung Schweiger trifft nach 1:14 Minuten zum 1:0, Hinks drei Sekunden vor Ende zum 2:0
In schwieriger Situation haben die Steelers einen weiteren Schritt Richtung Play-offs gemacht. Im Nachholspiel gegen Schlusslicht Regensburg gewann der SC Bietigheim gestern vor 1 100 Zuschauern mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) und hat nun 19 Punkte Vorsprung auf Platz neun.

Niedergekämpft haben Matthias Hart, der hier gegen Max Schmidle oben auf ist, und die Steelers gestern den Tabellenletzten Eisbären Regensburg. FOTO: AVANTI
Für Steelers-Trainer Christian Brittig stand vor dem Spiel fest: "Wir müssen dieses Spiel gewinnen, ganz egal wie. Die jüngste Personalentwicklung hat uns natürlich durcheinander gebracht, wir müssen jetzt alles neu ordnen, die Reihen müssen sich neu finden. Da wäre es enorm wichtig, mit einem Erfolgserlebnis in die kommende Spielpause zu gehen."
Dieses Erfolgserlebnis holten sich die Jungs um Kapitän Smazal ab. So gesehen war nicht mehr aus diesem Abend herauszuholen. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit, bis der Erfolg unter Dach und Fach war. In einem insgesamt schwachen und von Kampf und Krampf geprägten Spiel, herrschte bei den Gastgebern Verunsicherung von der ersten bis zur letzten Minute. Weder Serikow/Hart/Heilman ließen Abstimmung erkennen, noch Hagelberg/Washburne/Hinks. Am besten sah dies noch bei Jung/Schoofs/Schweiger aus. Das Überzahlspiel war schlecht wie nie in dieser Saison, keiner wollte wirklich Verantwortung übernehmen, vor dem Tor wurde zudem zu wenig gearbeitet. Es war deutlich zu sehen: Mit dem verletzt fehlenden Justin Kelly wurde auch das Herzstück des SC-Teams herausgerissen.
Aber die Steelers waren zumindest kämpferisch auf der Höhe, was auch bitter notwendig war. Denn die Eisbären, so bieder ihr Spiel und bescheiden ihre Möglichkeiten - sie hielten voll dagegen, kämpften um ihre Chance. Der Tabellenletzte hatte sicher geahnt, dass die Steelers nach den jüngsten Personalentwicklungen außer Tritt sein würden und wollte dies nutzen.
Nur gut, dass Martin Schweiger bereits nach 1:41 Minuten das 1:0 für den SC erzielt hatte. Vorausgegangen war ein Solo von Florian Jung über die rechte Seite, das erst von Eisbären-Keeper Couture gestoppt werden konnte. Aber er konnte den Puck nicht sichern, Schweiger stocherte hinterher und die Scheibe zur Führung über die Linie. Bei allem Kampf und Krampf hatte der SC drei ganz große Chancen, die Sache vorzeitig für sich zu entscheiden. Aber sowohl Rene Schoofs (30.) als auch Heilmann (44.) und Hart (53.) ließen wieder einmal allerbeste Chancen ungenutzt. Die lange Zeit im Angriff harmlosen Eisbären hatten dann bei einem Überzahlspiel im letzten Drittel (46./47.) gleich drei dicke Chancen. Hemmes traf den linken Pfosten, Miller und Masek verfehlten das Ziel knapp. In der 57. Minute landete ein harmloser Schuss von Masek am rechten Pfosten, Suvelo hatte den Puck flutschen lassen.
Als die Gäste alles auf eine Karte setzten und 20 Sekunden vor Spielende Couture für einen sechsten Feldspieler herausnahmen, ereilte sie der K.o. Hagelberg, der wieder für drei rackerte, erkämpfte sich im eigenen Drittel den Puck, passte zu Washburn und der zum durchgestarteten Hinks. Letzterer vollendete per empty net goal zum alles entscheidenden 2:0. Das ganze drei Sekunden vor Spielende. Ganz egal wie, der Sieg war eingefahren. Bei nun noch zehn ausstehenden Spielen und 19 Punkten Vorsprung auf Platz neun, ist die Play-off-Teilnahme so gut wie sicher. Allerdings damit zu rechnen, dass die nun mit 71 Zählern auf Rang sechs stehenden Steelers noch unter die ersten vier kommen, wäre vermessen. Denn Trainer Brittig wird ordentlich zu tun haben, unter den neuen Bedingungen eine schlagkräftige Mannschaft für die Play-offs hinzubekommen.
VON ANDREAS KLEINERT
Quelle: Bietigheimer Zeitung

