Justin Kelly feiert im Heimspiel gegen REV Bremerhaven Comeback
Der Hoffnungsträger ist wieder an Bord! Im heutigen (20.00 Uhr) Heimspiel der Steelers gegen den REV Bremerhaven wird Stürmer Justin Kelly nach siebenwöchiger Verletzungspause sein Comeback feiern.
Nach siebenwöchiger Verletzungspause wird Steelers-Strümer Justin Kelly (rechts) den Gegnern ab heute wieder im nacken sitzen, er feiert gegen Bremerhaven sein Comeback. Foto: Avanti
Bis zum 20. Januar dieses Jahres war die Steelers-Welt in dieser Saison absolut in Ordnung. Bereits zu diesem Zeitpunkt, nach dem damals sonntäglichen 4:2-Heimsieg gegen den ERC Schwenningen, hatte die Mannschaft von Trainer Christian Brittig als Tabellensechster mit 64 Zählern 17 Punkte Vorsprung auf Platz neun und 15 auf Platz acht. Und alle Chancen, sogar unter die ersten vier zu kommen. Etwas, was vor der Saison, zumal in dieser Art und Weise, wohl niemand auf der Rechnung hatte.
Doch bei besagtem 4:2-Derbysieg gegen die Wild Wings wurde der überragende Steelers-Stürmer Justin Kelly, nach einem nicht geahndeten Check von hinten durch Dwyer, schwer an der rechten Schulter verletzt und fiel bis heute aus. Hinzu kam noch, dass auch Alexandre Jacques, einer von zwei Kelly-Sturmpartner vorübergehend und verletzungsbedingt außer Gefecht gesetzt wurde. Damit war von dieser Paradereihe, die sich gerade auf hohem Niveau stabilisiert hatte, nur noch Alexander Serikow übrig. Nicht zu vergessen, dass Ende Januar auch noch Patrick Grandmaitre aus eigenem Antrieb die Steelers verlassen hat. Alles in allem eine Geschichte mit deutlich negativen Auswirkungen: In den folgenden sieben Wochen konnten die Steelers nur noch ganze zehn Punkte dazugewinnen, wobei vor allem die Heimspiele zumeist nur schwer verdauliche Kost für die eigenen Anhänger waren.
Dass in den zurückliegenden sieben Wochen nicht mehr allzu viel ging, lag auch daran, dass die auf Grund der Kelly-Verletzung und des Grandmaitre-Abfluges getätigten Nachverpflichtungen Steve Washburn und Rod Hinks bis heute nicht annähernd das brachten, was man sich in etwa von ihnen erhofft hatte. Gleiches gilt für Verteidiger Donny Grover, der Mitte Januar für den Mitte Dezember unerwartet abgewanderten Jakub Körner nachverpflichtet wurde.
"Was die Geschichte mit Washburn und Hinks angeht, darf man nicht vergessen, dass diese Nachverpflichtungen ganz wenige Tage vor Ende der Transferperiode getätigt werden mussten. Schließlich hatte uns die Notwendigkeit dazu, durch die Fälle Kelly und Grandmaitre, gleich zwei Mal völlig überraschend getroffen", sagt SC-Trainer Christian. Dabei versprachen vor allem die Informationen und Statistiken über Washburn, die durch Kelly hinterlassene Lücke, einigermaßen schließen zu können. "Dass wir Kelly nicht ersetzen können, war klar. Zu diesem Zeitpunkt der Saison bekommt man keine absoluten Topspieler wie ihn. Aber ich hatte mir von Washburn schon mehr erhofft, als das, was bisher kam", erklärt Brittig. Mit Hinks wurde für Grandmaitre dann noch ein weiterer Akteur nachverpflichtet, der, trotz drei Tore in sieben Spielen, im System Brittig noch mehr wie ein Fremdkörper als Washburn wirkt.
Wer sich an die Worte von Christian Brittig vor der Saison erinnert - schon da war für den neuen SC-Trainer eines klar. "Ich will um alles in der Welt verhindern, das wir nachverpflichten, da kommt meistens nichts Gutes bei raus. Das bringt fast immer alles durcheinander." In diesen Fällen musste der SC aber reagieren. Hätten die Verantwortlichen dies nicht getan, wäre ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Verantwortungslosigkeit vorgeworfen worden.
Bei allem Negativen der zurückliegenden Wochen, rechtzeitig vor den Play-offs gibt es wieder große Hoffnung, in dieser Endrunde um die Deutsche Zweitliga-Meisterschaft doch noch eine gute Rolle spielen zu können. Justin Kelly wird heute, im Heimspiel gegen den um den Klassenerhalt kämpfenden Tabellenzwölften REV Bremerhaven (54 Punkte), sein Comeback feiern. Nicht genug, wird Christian Brittig heute überhaupt erstmals wieder ein Team aufs Eis bringen können, wie es bis zum 20. Januar größtenteils die Steelers-Fans überzeugt hat und wie es überhaupt seinen Vorstellungen und seinem Konzept entspricht. Denn auch Seyller und Schoofs, die zuletzt nur auf der Bank saßen, werden wieder ins Rennen geschickt.
Nachdem Kelly wieder an Bord ist, müssen von den insgesamt sieben Ausländern zwei ohnehin aussetzen (nur fünf erlaubt). Aber Brittig geht noch weiter und plant alle drei Nachverpflichtungen, Grover, Washburn und Hinks, nicht ein. Zusammen mit Alexander Dotzler wird erneut Youngster Marcel Neumann verteidigen. "Das hat sich Marcel verdient und har erarbeitet", sagt Brittig. Des weiteren werden wie gewohnt Kesa/Wrobel und Smazal/Kathan die Defensivarbeit verrichten.
Im Sturm gehts zu erfolgreichen Zeiten zurück: Jacques/Kelly/Serikow, Heilman/Hart/Hagelberg und Jungs/Schoofs/Seyller heißen die drei Sturmreihen, die die Fishtown Pinguins durcheinander wirbeln sollen. Allerdings warnt Brittig: "Von Kelly kann man nach sieben Wochen Verletzungspause keine Wunderdinge erwarten. Aber es ist gut für die Mannschaft, dass er wieder dabei ist."
Was die Partie gegen Bremerhaven angeht, erwartet Brittig eine schwierige Angelegenheit. "Es ist doch offensichtlich. Gegen Mannschaften wie Regensburg, München und zuletzt Crimmitschau, die sich massiv hinten reinstellen, haben wir Probleme, weil uns, vor allem zuletzt, die spielerische und individuelle Klasse fehlt. Es wird auch gegen Bremerhaven eine enge und harte Auseinandersetzung, die werden ebenfalls hinten dicht machen. Unsere besten Spiele haben wir auswärts gemacht, wenn die Heimmannschaft kommen muss und zuhause, gegen Teams, die mitspielen." Mit der Rückkehr von Hoffnungsträger Justin Kelly kommt ja vielleicht auch das Glück zurück, das zuletzt, wie zum Beispiel beim 0:1 gegen München, auch fehlte. Heute ein früher Führungstreffer und wer weiß, wie sich die Sache entwickelt. Mit einem Sieg heute, können die Steelers die Play-offs jedenfalls endgültig sichern.
VON ANDREAS KLEINERT
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de

