EISHOCKEY / DIE ZWEITE LIGA MACHT VOR DEM ENDSPURT IN DIE PLAY-OFFS AM WOCHENENDE PAUSE
Falken gefragter Partner der DEL
Zahlreiche Förderlizenzspieler sorgen für sportlichen Erfolg und entlasten den Etat
Aufsteiger Heilbronn mischt im Kampf um die besten Play-Off-Startplätze mit. Den sportlichen Erfolg bringen neben einigen erfahrenen Falken-Cracks vor allem die zahlreichen Förderlizenzspieler von drei DEL-Clubs. Zudem entlasten sie den erheblich Etat.

Der Heilbronner Torhüter Danny aus den Birken (33), der sich hier einen Treffer von Steelers-Stürmer Alexandre Jacques (rechts) eingefangen hat, ist ein Musterbeispiel für die gelungene Kooperation der Falken mit DEL-Clubs. FOTO: JENS CHRIST
Als die (finanzielle) Not groß war und die Heilbronner Falken in die Niederungen der Oberliga geflattert waren, kamen die Mannheimer Adler zur Hilfe und stellten ihrem neuen Kooperationspartner Förderlizenzspieler zur Verfügung. Profitiert haben alle: Die Mannheimer Talente erhielten Spielpraxis, die Adler hatten bei Bedarf Spieler für die DEL zur Verfügung und die Falken konnten ihre Kader zum großen Teil mit den Förderlizenzspieler bestücken und sind mittlerweile wieder in der Zweiten Bundesliga angekommen, spielen dort eine gute Rolle, haben die Play-Off-Teilnahme sicher. Längst ist die DEL auf das Modellprojekt am Neckar aufmerksam geworden, neben den Mannheimer Adlern lassen auch die DEG Metro Stars und die Duisburger Füchse ihre Talente per Förderlizenz mit den Heilbronnern spielen. "Auf Förderlizenzspieler zu setzen, das ist das beste, was uns in Heilbronn je passiert ist", sagte Falken-Manager Ernst Rupp der Heilbronner Stimme. "Mehrere Vereine sind daran interessiert, künftig mit uns zusammenzuarbeiten. Wir haben auf uns aufmerksam gemacht. Die Clubs sehen, wie super es hier mit den jungen Spielern läuft." Er sieht ein Einsparpotenzial von "300 000 bis 400 000 Euro" pro Saison durch die Kooperationen. "Wenn man einen Spieler auf dem Niveau eines Andre Schietzold normal bezahlen müsste, würde das 50000 Euro pro Jahr kosten", schätzt Ernst Rupp. Finanzielle Probleme gibt es in Heilbronn derzeit keine, zumal der im Etat mit 1400 pro Spiel kalkulierte Zuschauerschnitt mit aktuell 2000 weit übertroffen wurde. Da kann man sich dann schon mal einen ehemaligen NHL-Spieler wie den kürzlich verpflichteten Matt Ellich gönnen.
Aufpassen müssen Manager Rupp und Trainer Ricco Rossi, dass ihre Förderlizenzspieler auf die erforderliche Anzahl von zehn Zweitligaspielen kommen, um in den Play-Offs mitzuspielen zu können.
13 Spieler im Einsatz
Insgesamt kamen in den 41 bislang absolvierten Zweitligaspielen 13 Spieler mit Förderlizenzen zum Einsatz, fünf weitere Spieler haben die Förderlizenz in Heilbronn noch nicht in Anspruch genommen. Vor allem die Mannheimer "Leihgaben" sind absolute Leistungsträger bei den Falken. Allen voran Torhüter Danny aus den Birken, der 27 Spiele in der Zweiten Liga absolviert hat. Benedikt Kohl hat 40 Spiele für die Heilbronner bestritten, Frank Mauer 37 und in denen 13 Tore erzielt, Stefan Langwieder war 36 Mal im Einsatz und Philipp Schlager 18 Mal (sechs Tore).
Während die Heilbronner die Zuschauerkalkulationen eher bescheiden angingen und jetzt freudig überrascht wurden, knabbern die Essener Moskitos an ihren allzu euphorisch angesetzten Zahlen mit über 2000 Besucher pro Heimspiel. Die Realität ist mit 1517 Zuschauern bitter. Da zwei Sponsoren mittlerweile Insolvenz angemeldet haben und ein Großsponsor wegen interner Probleme die Zahlungen an die Moskitos eingefroren hat, fehlen den Essenern im wohl allzu blauäugig aufgestellten Etat nun weit mehr als die 150 000 Euro aus den zu hoch veranschlagten Zuschauereinnahmen. Zum Super-Gau soll es aber nicht kommen, die Moskitos wollen die Saison zu Ende bringen. Dass Stars wie Top-Scorer Bartek, Johannsson und Sekera dennoch den Charakter und die Lust dazu haben, haben sie am Wochenende bewiesen mit den Siegen gegen die Lausitzer Füchse und bei den Steelers.
Nach der Begradigung der Tabelle mit der Austragung der Nachholspiele in dieser Woche und der Spielpause am Wochenende geht es in der Zweiten Bundesliga am Freitag, 15. Februar, weiter, auszutragen in der Hauptrunde sind noch zehn Spieltage.
Steelers gegen Wild Wings
Wenn die Play-Offs heute beginnen würden, ergäben sich im Viertelfinale (Modus Best of seven) folgende Paarungen: Kassel Huskies - Eispiraten Crimmitschau, EV Landshut - Moskitos Essen, Schwenninger Wild Wings - Steelers Bietigheim-Bissingen und Heilbronner Falken - SC Riessersee.
Den Ligaerhalt gesichert hätten nach dem derzeitigen Tabellenstand die Tower Stars Regensburg und der EHC München, in den Play-Downs würden die Lausitzer Füchse gegen die Eisbären Regensburg und die Fishtown Pinguins gegen den EV Landsberg spielen. Die Verlierer der Play-Downs steigen ab.
VON CLAUS PFITZER
Quelle: Bietigheimer Zeitung

