Es droht das große Zerwürfnis
Verbal-Attacke von Bundestrainer Uwe Krupp gegen die eigenen Fans bei Eishockey-WM
Nun droht bei der Eishockey- WM auch noch Zwist zwischen Fans und deutschem Verband: Nachdem die Fans ihrem Ärger über die Funktionäre Luft gemacht hatten, schlug der Bundestrainer verbal zurück.

Die Fronten verhärten: Erst machten die Fans ihrem Unmut auf die DEB-Offiziellen Luft, dann schlug Bundestrainer Uwe Krupp verbal zurück. Foto: Rauchensteiner
Dem Theater um "Doping-Test-Verweigerer" Florian Busch und der peinlichen Affäre um den nicht für die Nationalmannschaft spielberechtigten Jason Holland folgte die Zuschauerschelte des Bundestrainers: Bei der Eishockey- WM in Kanada spielt im deutschen Lager der Sport weiter nur eine Nebenrolle, ein Zerwürfnis zwischen Fans und Verband droht.
"Wenn die Fans uns nicht unterstützen wollen, sollen sie ins nächste Flugzeug steigen und nach Hause fliegen", schimpfte Uwe Krupp nach der 4:6 (2:3, 1: 1, 1:2)-Pleite gegen die USA. Die rund 500 mitgereisten Anhänger hatten rund ums erste Zwischenrundenspiel in Halifax auf Plakaten die Chefetage des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) attackiert und den Rauswurf von Generalsekretär Franz Reindl gefordert. "Profis auf dem Eis, oben Amateure, Reindl raus", war zu lesen.
"Das ist eine Unverschämtheit", ereiferte sich der Bundestrainer: "Zwei Jahre lang waren wir fast alleine. Jetzt kommen ein paar und machen so was. Da ist es besser, wenn keiner kommt." Krupps Assistent Ernst Höfner machte die Anhänger sogar für die Niederlage mitverantwortlich. "Das unfaire und schlechte Verhalten der Fans hat der Mannschaft geschadet und ist mitunter für den schlechten Start verantwortlich", ließ sich der Ex-Nationalspieler im offiziellen DEB-Pressedienst zitieren - obwohl die Fans ihre Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute lautstark angefeuert hatten.
Nach der dritten Niederlage im vierten WM-Spiel sind die Chancen auf das WM-Viertelfinale und die direkte Olympia-Qualifikation nun auf ein Minimum gesunken. Die DEB-Auswahl müsste die beiden weiteren Partien heute (21.30 Uhr MESZ/live im DSF) gegen Kanada und in der Nacht zum Dienstag (1.15 Uhr MESZ/live im DSF) gegen Lettland gewinnen, um noch unter die besten Acht zu kommen. Nur dann wäre auch der Direktflug nach Vancouver 2010 möglich.
Gegen das ausschließlich mit NHL-Profis angetretene US-Team brachte sich die DEB-Auswahl selbst um eine Überraschung. Nachdem sie einen 0:3-Rückstand nach drei Minuten zu Beginn des letzten Drittels aufgeholt und auf 4:4 ausgeglichen hatte, schenkte ausgerechnet NHL-Legionär Christoph Schubert den Amerikanern mit einer dummen Strafzeit den Sieg. Als der Verteidiger der Ottawa Senators in der Kühlbox saß, erzielte Zach Parise das entscheidende fünfte Tor für die USA (52.). sid
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de

