Bietigheimer Zeitung vom 14.05.08




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Bietigheimer Zeitung vom 14.05.08

Beitragvon Petra » 14.05.2008, 08:36

Halifax, 14. MAI 2008

Mit Frust zurück in Heimat

Christoph Schubert: Eishockey-WM war eine große Enttäuschung

Nach den Chaos-Tagen in Halifax gab es durch den 5:3-Erfolg gegen Lettland wenigstens noch einen versöhnlichen WM-Abschluss für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft. Doch der Frust sitzt tief.

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Auch das 5:3 gegen Lettland stimmte die DEB-Auswahl - im Bild Frank Hördler (links) und Torhüter Dimitrij Pätzold - nach der Pannen-WM nicht versöhnlich. Foto: dpa

Als die deutschen Eishockey-Nationalspieler in Halifax in den Flieger Richtung Heimat stiegen, hatten sie viel Frust und eine neue Erfahrung im Gepäck. "In den letzten beiden Jahren sind wir relativ geschmeidig durch die Turniere gegangen und haben uns konstant weiter nach oben gearbeitet. Diesmal war es holprig", bilanzierte Bundestrainer Uwe Krupp nach dem 5:3 (1:1, 1: 2, 3:0)-Sieg zum WM-Abschluss gegen Lettland und Platz zehn in der Endabrechnung: "Aber du musst auch die eine oder andere schmerzhafte Erfahrung machen, um besser zu werden."

Den Schmerz über die leichtfertig verspielte Viertelfinalchance konnte allerdings auch das versöhnliche Ende nicht betäuben. "Die WM war eine große Enttäuschung", meinte NHL-Profi Christoph Schubert, und Verteidiger Andreas Renz ergänzte: "Wir haben es selbst vergeigt." Am Ende entschied die 2:3-Vorrundenpleite gegen Norwegen, wegen der die deutsche Auswahl ohne Punkte in die Zwischenrunde ging. "Hätten wir da gewonnen, wären wir jetzt im Viertelfinale", lamentierte Schubert.

Als alles vorbei war, gaben die Spieler erstmals zu, dass der Wirbel um den Fall Florian Busch und die fehlende Spielberechtigung für Jason Holland sowie der Krach mit den eigenen Fans sie auf dem Eis nicht unberührt gelassen hatten. "Vielleicht haben wir uns beeinflussen lassen, das war nicht so toll für uns", sagte Renz.

Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), gestand den Spielern wegen der äußeren Einflüsse mildernde Umstände zu: "Natürlich ist es mental schwer, wenn Probleme außerhalb des Eises in der Luft liegen." Für Bundestrainer Krupp war aber wichtig zu sehen, dass sein Team "mit Willensstärke" im letzten Spiel den Abwärtstrend stoppte: "Die Jungs haben gezeigt, aus welchem Holz sie geschnitzt sind." Der frühere NHL-Profi betonte, dass er zumindest bis zur Heim-WM 2010 im Amt bleiben wolle: "Auch ein Angebot aus der NHL würde keinen Strich durch die Rechnung machen. Wenn ich sage, ich mache es, dann mache ich es auch."

Der Erfolg gegen die Letten war aber nicht nur ein wichtiger Entwicklungsschritt für Krupps Team. Er hatte vielmehr auch ganz konkrete Folgen. Als WM-Zehnter schloss die DEB-Auswahl das Turnier zwar einen Platz schlechter ab als im Vorjahr, zog in der Weltrangliste aber an den Letten vorbei auf Rang zehn.

Damit ist bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr Aufsteiger Österreich der Vorrundengegner, außerdem WM-Gastgeber Schweiz, falls er wie erwartet heute im Viertelfinale gegen den Gold-Anwärter Russland ausscheidet. Bei einer Niederlage hätten erneut Norwegen sowie zwei der großen Sechs gedroht. "Wir haben noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen", meinte Renz. Auch die Olympia-Qualifikation, die die deutsche Mannschaft im Februar 2009 in Mannheim bestreitet, ist mit Absteiger Slowenien, Österreich und einem Qualifikanten nicht übermäßig stark besetzt. sid

Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de
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Petra
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Re: Bietigheimer Zeitung vom 14.05.08

Beitragvon Petra » 14.05.2008, 08:42

Halifax, 14. MAI 2008

Florian Busch will nur noch seine Ruhe

Schon seit Wochen steht Dopingtest-Verweigerer Florian Busch im Rampenlicht. Nach der Eishockey-WM ist ihm nur noch nach Einsamkeit zumute.

Beendet war mit dem 5:3 (1:1, 1:2, 3:0)-Sieg gegen Lettland der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft auch der umstrittene Auftritt von Florian Busch. Der Berliner, der wegen seiner verweigerten Dopingkontrolle nach Meinung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) gar nicht hätte spielen dürfen, war "von den Schlagzeilen genervt". Während der WM habe er so unter Spannung und Druck gestanden, dass er "nicht mal richtig durchatmen" konnte.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und die Nada wollen sich am Freitag treffen. Ausgehandelt werden soll ein neuer Vertrag über Trainingskontrollen. Die Nada hatte die bisherige Vereinbarung gekündigt, weil das zuständige unabhängige DEB-Gremium Busch nach der verweigerten Probe bei einer unangemeldeten Doping-Kontrolle am 6. März nicht gesperrt, sondern nur verwarnt hatte. Außerdem will der DEB dem Bundesinnenministerium, das seine Fördergelder vorerst gestoppt hat, die Gründe für das milde Urteil darstellen.

Abschalten konnte Busch selbst am besten auf dem Eis, wo er mit zwei Toren und drei Vorlagen zweitbester deutscher Scorer hinter Verteidiger Chris Schmidt (2/4) war. In der Lettland-Partie gab Busch nach dreimaligem Rückstand die wichtige Vorlage zum 3:3 (48.) durch Christoph Schubert. Der Stürmer von Meister Eisbären Berlin bedankte sich in der Kabine für die Unterstützung in den vergangenen Wochen und sprach - zumindest in diesem Zusammenhang - von großem Sport. "Das ist der beste Weg, zu antworten", sagte Busch, der seine Sturheit gegenüber dem Dopingkontrolleur längst schwer bereut. "Er hat unter den Umständen hervorragend gespielt", meinte Krupp.

Der 23-Jährige, ansonsten ein unbeschwerter Zeitgenosse, wirkte verbittert und mochte nicht von einem Fall Florian Busch sprechen, bei dem sich alles auf seine Person kapriziert. "Ich bin nicht Paris Hilton, deswegen kotzt es mich an", sagte er. Was beim Treffen zwischen DEB und Nada herauskommt, will er nicht wissen. "Ich fahr nach Hause, stöpsel das Internet aus, zieh das Telefon raus und lese zwei Wochen keine Zeitung mehr. Von mir aus sollen Brieftauben kommen, ich brauche jetzt absolute Ruhe", meinte der gebürtige Tegernseer. sid/dpa
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Re: Bietigheimer Zeitung vom 14.05.08

Beitragvon Petra » 14.05.2008, 08:47

Der Weg ins Viertelfinale

Die Zwischenrunde im Überblick

Gruppe E in Québec

Schweden - Dänemark 8:1 (2:0, 2:0, 4:1)

Schweiz - Tschechien 0:5 (0:1, 0:3, 0:1)

Russland - Weißrussland n. P. 4:3 (0:2, 1:0, 2:1)

Tschechien - Weißrussland n. P. 3:2 (0:1, 1:0, 1:1)

Russland - Schweden 3:2 (0:1, 1:1, 2:0)

Dänemark - Schweiz 2:7 (0:2, 0:3, 2:2)

Schweden - Tschechien 5:3 (0:0, 2:2, 3:1)

Schweiz - Russland 3:5 (0:3, 0:1, 3:1)

Weißrussland - Dänemark n. V. 2:3 (0:0, 0:1, 2:1)

1.Russland 55021:1313

2.Tschechien 53220:149

3.Schweden53223:169

4.Schweiz 53216:159

5.Weißrussland 50513:183

6.Dänemark 5149:262

Gruppe F in Halifax

Kanada - Norwegen 2:1 (1:0, 0:1, 1:0)

USA - Deutschland 6:4 (3:2, 1:1, 2:1)

Finnland - Lettland 2:1 (0:1, 1:0, 1:0)

Deutschland - Kanada 1:10 (0:4, 0:5, 1:1)

Norwegen - Lettland 1:4 (1:2, 0:1, 0:1)

Finnland - USA 3:2 (0:0, 0:2, 3:0)

USA - Norwegen 9:1 (3:0, 3:1, 3:0)

Kanada - Finnland 6:3 (2:1, 2:0, 2:2)

Lettland - Deutschland 3:5 (1:1, 2:1, 0:3)

Tore: 1:0 Vasiljevs (5:01), 1:1 Schmidt (18:45), 2:1 Mikelis, Redlihs (25:48), 2:2 Wolf (27:23), 3:2 Karsums (31:39), 3:3 Schubert (47:51), 3:4 Yannic Seidenberg (50:40), 3:5 Ullmann (52:51).

1.Kanada 55030:915

2.Finnland 54116:1211

3.USA 53225:139

4.Norwegen5148:204

5.Deutschland 51413:273

6.Lettland 5148:193

Viertelfinale, heute: Tschechien - Schweden 19.00 Uhr (in Quebec), Norwegen - Kanada 21.30 Uhr (in Halifax). - Donnerstag: Russland - Schweiz 1.15 Uhr (in Quebec), USA - Finnland 1.15 Uhr (in Halifax).
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