Letzte Etappe vor Play-offs
Steelers heute bei Spitzenreiter Kassel - Sonntag kommt EV Ravensburg
Schweres Wochenende für Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen. Heute gastieren die Steelers bei Spitzenreiter Kassel Huskies, am Sonntag kommen die Tower Stars des EV Ravensburg ins Ellental.

So leicht, wie hier scheinbar Steelers-Verteidiger Dirk Wrobel (rechts) den Regensburger Niklas Hede stehen lässt, dürfte es für den SC Bietigheim heute bei Spitzenreiter Kassel Huskies wohl kaum werden. Foto: Avanti
Nach zuletzt spielfreiem Wochenende und somit neuntägiger Spielpause könnte der Start in die letzte Etappe vor den Play-offs, die letzten zehn Spiele der Doppelrunde 2007/2008, für den zuletzt personell gebeutelten SC Bietigheim-Bissingen nicht schwieriger sein. Am heutigen Freitag gastieren die Jungs von Trainer Christin Brittig, die mit 71 Punkten auf Platz stehen, beim bereits weit enteilten Spitzenreiter und Meisterschafts-Top-Favoriten Kassel Huskies (95 Punkte, 13 Vorsprung auf Platz zwei). In einem Punkt sind die Steelers mit Kassel auf Augenhöhe. Beide Teams haben jeweils 100 Gegentreffer kassiert und stellen damit bis heute Abend die besten Abwehrreihen. Im Tore schießen trennen beide Mannschaften allerdings kleine Welten. Die Huskies haben bisher 155 Mal getroffen, die SC-Puckjäger 115 Mal.
Die heutige Partie ist bereits das vierte Aufeinandertreffen beider Teams. Dabei gabs zunächst in Kassel eine 4:5-Niederlage für die Steelers, die allerdings damals nach elf Minuten mit 3:0 in Führung lagen und die ersten zwei Drittel ein ganz starkes Spiel machten. Das erste Heimspiel gewann der SC überraschend mit 5:2, verlor aber das zweite mit 1:5. So gesehen wären die Steelers heute wieder mit fünf Treffern an der Reihe, und die würden, nach den bisherigen Ergebnissen, zum Sieg reichen. Außerdem hätte dann jeder ein Heim- und ein Auswärtsspiel gewonnen.
"Wir fahren da nicht unter dem Motto hin, da kann man verlieren. Wir fahren dahin, um zu gewinnen", sagt SC-Trainer Christian Brittig. Und fügt hinzu: "Da wird es kein überlegen und abwarten geben, wie sind die nach der Pause drauf, wie wir. Von der ersten Sekunde an werden wir versuchen, Kassel unter Druck zu setzen. Und Kassel wird sich genau das Gleiche vornehmen. Das wird ein ganz intensives Ding."
Während bei Kassel nach längerer Zeit mal wieder alle Mann an Bord sein sollen, muss Brittig weiter auf Justin Kelly, Alexandre Jacques und Max Seyller verzichten. Jacques hat zwar bereits wieder auf dem Eis trainiert, wird aber frühestens am folgenden Wochenende wieder mit von der Partie sein. Seyller hat am 20. Februar noch eine Nachuntersuchung. Wenns dort nichts mehr zu beanstanden gibt, ist auch Seyller wieder dabei. Kelly soll in der kommenden Woche wieder aufs Eis gehen, aber nur Schlittschuh laufen. "Wenn er und somit wir ganz großes Glück haben, ist er in drei Wochen wieder dabei", sagt Brittig.
Vergangenen Montag und Dienstag konnten Dirk Wrobel und Rod Hinks krankheitsbedingt nicht trainieren, waren aber am Mittwoch wieder an Bord und können heute spielen.
Das große Fragezeichen wird sein, wie eingespielt sich der SC mit seinen Neuzugängen Steve Washburn und Rod Hinks präsentiert. Beide haben zwar bereits drei Spiele mit ihren neuen Teamkollegen absolviert, aber bis dahin noch keine vernünftige Trainingseinheit. Dazu kam es erst diese Woche. "Vorneweg, das Training dieser Tage war sehr gut. Es war wichtig, das wir das letzte Spiel vor der Pause gewonnen haben, das hat positive Stimmung gebracht", sagt der SC-Trainer. " Was die Geschichte mit Washburn und Hinks angeht, kann das Motto nur heißen, von Spiel zu Spiel schauen und nach Möglichkeit weiter entwickeln. So oder so sind die letzten zehn Partien also Vorbereitungsspiele für die Play-offs. Wobei wir noch ein paar Punkte brauchen, um da auch wirklich dabei sein zu können", erklärt Brittig.
Nicht minder schwer wird das Ziel, noch Punkte zu holen, für die Steelers am Sonntag (18.30 Uhr), im Heimspiel und Derby gegen den EV Ravensburg. Die Tower Stars stehen derzeit mit 52 Zählern auf Platz neun, einen Punkt hinter dem Achten Crimmitschau, und kämpfen um den Einzug in die Play-offs. Auch hier ist es das vierte Saisonduell. In Ravensburg feierte der SC jeweils Siege (4:2, 3:2), verlor aber das erste Heimspiel mit 1:2 nach Verlängerung. "Ravensburg hat viel individuelle Klasse und sie haben sich Stück für Stück verbessert", warnt Brittig. 130 erzielten Treffern stehen allerdings auch 147 gegenüber, ein klares Zeichen, wo die Schwächen der Tower Stars liegen.
VON ANDREAS KLEINERT
Quelle: Bietigheimer Zeitung

