Justin Kelly entscheidet das Derby
Steelers gewinnen gegen Heilbronner Falken mit 2:1 und treffen in den Play-offs auf Landshut
Jetzt können auch für die Steelers die Play-offs beginnen. Mit dem Derbysieg vor 3000 Zuschauern gegen Heilbronn stimmte sich die Mannschaft von Trainer Brittig aufs Viertelfinale gegen Landshut ein.

Die Steelers-Stürmer Florian Jung (links) und Alexandre Jacques (Mitte) scheitern in dieser Szene am starken Heilbronner Torhüter Christian Rohde. Foto: Avanti
Im vierten Anlauf hat es doch noch geklappt mit dem ersten Sieg der Steelers gegen die Heilbronner Falken. Das verdiente 2:1 (0:1, 1:0, 1:0) war eine Entschädigung an die Fans für die vier Heimniederlagen zuletzt und vor allem gut fürs Selbstvertrauen vor den am kommenden Donnerstag beginnenden Play-offs. In denen treffen die Steelers auf die Landshut Cannibals, die die Hauptrunde auf Rang zwei beenden werden. Auch den Steelers ist der siebte Platz nicht mehr zu nehmen, daran würde auch eine Niederlage im Hauptrunden-Abschlussspiel morgen bei den Eisbären Regensburg nichts mehr ändern, da die Bietigheimer gegenüber Crimmitschau den besseren direkten Vergleich aufweisen. Im Play-off-Viertelfinale haben die Steelers zumindest zwei Heimspiele gegen Landshut: Am Samstag, 22. März, und am Mittwoch, 26. März. In Niederbayern treten sie am 20. März und am Ostermontag, 24. März, an (die weiteren Play-off-Termine siehe unten).
Die Heilbronner Falken bleiben trotz der gestrigen Derby-Niederlage auf Rang drei, können diesen Platz mit einem Sieg morgen gegen die Lausitzer Füchse verteidigen, ihr Gegner in den Play-offs entscheidet sich zwischen dem SC Riessersee und den Moskitos Essen.
Steelers-Trainer Christian Brittig verzichtete gestern auf die beiden Kontingentspieler Teemu Kesa und Rod Hinks, spielte durchgehend mit vier Sturmreihen. Im ersten Drittel überstanden die Gäste die schwungvolle Anfangsphase der Steelers unbeschadet, weil vor allem Torhüter Christian Rohde an alter Wirkungsstätte mehrfach glänzend reagierte. Die Falken beschränkten sich auf dosierte, aber meist brandgefährliche Offensivaktionen. Die Führung der Gäste in der zehnten Minute ging mit auf die Kappe von Steelers-Torhüter Patrick Koslow, dem bei einem Weitschuss von Benedikt Kohl, abgegeben nahe der Bande und kurz hinter der blauen Linie, die Sicht verdeckt war und der dann zu spät reagierte, um die Scheibe noch abzuwehren. Danach unterstrichen die Falken ihren für einen Aufsteiger glänzenden dritten Tabellenplatz, spielten recht souverän ihren knappen Vorsprung in die erste Drittelpause. Das Mitteldrittel ging dann klar an die Steelers. Anfangs verhinderte erneut Rohde mit tollen Abwehraktionen den Ausgleich. Dann waren die Steelers endlich auch mal in Überzahl erfolgreich. Nachdem Jacques an Rohde noch gescheitert war, hämmerte Justin Kelly den Puck ins Netz zum verdienten Ausgleich (29.). Den verteidigten die Steelers danach in zweifacher Unterzahl für 86 Sekunden, kassierten auch bei zwei Kontern von Calce und Edwardson keinen Treffer, weil Koslow auf dem Posten war. Sekunden vor der zweiten Pause regte sich Falken-Trainer Rico Rossi über eine Entscheidung von Schiedsrichter Aumüller, der die Gäste ohnehin mehrfach erzürnte, derart auf, dass der Referee den Heilbronnern eine Zwei-Minuten-Bankstrafe aufbrummte. Vier Sekunden waren danach gespielt, da handelte sich auch noch Kohl eine Strafzeit ein.
Damit gingen die Steelers mit einer zweifachen Überzahl für 116 Sekunden ins dritte Drittel. So viele benötigten sie aber nicht zur Führung, ihnen reichten 30. Jacques und Grover sammelten Assistpunkte, Kelly traf zum 2:1. Der lange Center und Leader der Steelers, der im ersten Drittel noch etwas verhalten agierte in seinem erst dritten Spiel nach wochenlanger Verletzungspause, war nicht nur seiner beiden Tore wegen der überragende Spieler der Bietigheimer und ist der große Hoffnungsträger für die Spiele gegen Landshut.
Die sehr kampfstarken Steelers verteidigten mit Leidenschaft und hohem Einsatz gegen die gereizten, spielerisch besseren Falken den knappen Sieg. Der geriet noch einige Male in Gefahr, aber Jean-Francois Caudron scheiterte zweimal ganz knapp.
VON CLAUS PFITZER
Quelle: Bietigheimer Zeitung

