
Bild zum Artikel: PRO: Die Zeit ist reif
Die Zeit für die DEL ist reif. Die aktuelle Mannschaft ist die beste, die je ein Steelers-Trikot getragen hat. Der kleine, kompetente Kreis der Verantwortlichen hat die professionellen Strukturen geschaffen, von denen in den Jahren vollmundiger Ankündigungen, die nur auf Hoffnungen basierten, stets gesprochen wurde. Durch den Rückzug der Duisburger Füchse wurde unverhofft ein Platz in der DEL frei. Diese Chance nicht zu nutzen, wäre falsch. Denn die Leistungen der Spieler und auch des Trainers wecken Begehrlichkeiten bei anderen Clubs. Ob die Steelers nochmals eine derart starke Saison in der Zweiten Liga spielen, ist ungewiss. Sportlich hat bislang alles gepasst. Ein als Unternehmer erfolgreich tätiger Verwaltungsratsvorsitzender, ein bodenständiger Handwerksmeister als Vereinsvorsitzender, ein cleverer und mit allen Profiwassern gewaschener Sportdirektor sowie ein knallharter Geschäftsführer stehen für eine seriöse Geschäftspolitik. Die hängt entscheidend davon ab, ob der Hauptsponsor zustimmt und sein Engagement in allgemein wirtschaftlich schwierigen Zeiten wesentlich erhöht. Das wäre die logische Konsequenz der bisherigen Aktivitäten, um den Partner zu einer Premiummarke in der Region zu machen, die mit Eishockey eine weitere populäre Mannschaftssportart nach Fußball (VfB Stuttgart) und Basketball (Ludwigsburg) in der Erstklassigkeit hätte.
Bleibt die Frage nach der Spielstätte. Trotz deutlicher Signale, in Bietigheim-Bissingen eine Multifunktionshalle zu bauen, gibt es noch keinen Beschluss. Der wäre zwingende Voraussetzung, um überhaupt an eine befristete Ausnahmegenehmigung für die nicht DEL-taugliche Eishalle zu denken. In enger Abstimmung mit den Fans und einer offensiven Informationspolitik wären Lösungen zur Überbrückung möglich. Etwa in der Form, für die Mehrzahl der Heimspiele eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken und einige Topspiele in der Stuttgarter Porsche-Arena auszutragen. Immer mit dem klaren Bekenntnis versehen, dass Bietigheim-Bissingen die Heimat der Steelers ist und bleibt. Handball-Bundesligist Göppingen mit seiner großen Tradition und seinem hohen Fanaufkommen hat es vorgemacht.
Zu warten, bis die neue Arena fertig ist, könnte sich als fatal erweisen. Jetzt ist die Zeit reif, auch wenn sie nicht optimal ist.CLAUS PFITZER
Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de


