Steelers ärgern die Huskies
Tabellenführer Kassel besiegt SC Bietigheim-Bissingen mit 3:2 (1:1, 2:1, 0:0)
Sie haben den Zweitliga-Spitzenreiter geärgert, doch stürzen konnten ihn die Bietigheimer Steelers gestern Abend nicht. Mit 2:3 (1:1, 1:2, 0:0) unterlagen sie vor 3638 Zuschauern bei den Kassel Huskies.

Der Kasseler Stürmer Ryan Kraft (roter Helm) bringt in dieser Szene Steelers-Torhüter Patrick Koslow (rechts) in arge Bedrängnis. Steelers-Verteidiger Alexander Dotzler (links) kommt noch zur Hilfe. Foto: Stefan Jonat
Die Huskies aus Kassel fuhren im gestrigen 22. Heimspiel in der laufenden Saison der Zweiten Eishockey-Bundesliga den 21. Sieg ein. Für die Bietigheimer war es im vierten Saisonduell mit den Hessen die dritte Niederlage.
Kurzfristig mussten die Steelers neben Alexandre Jacques und Justin Kelly auch noch auf Matthias Hart (Nebenhöhlenentzündung) und Florian Jung (Schüttelfrost auf der Busfahrt) verzichten. So bekam Trainer Christian Brittig gerade einmal drei Angriffsreihen zusammen. Bei den Nordhessen wurde Torjäger McNeil (Fingerbruch) weiter geschont, auch Plachta (Grippe) musste ebenso passen wie Abwehrspieler Burym. Dennoch begannen die Schlittenhunde mit großem Elan und vor allem Tempo. Die Schwaben kamen deshalb kaum zu eigenen Angriffsaktionen, während Steelers-Keeper Patrick Koslow immer wieder sein Können beweisen musste. Nach achteinhalb Minuten war es dann so weit: Kassels Kapitän Hugo Boisvert bediente Dan DelMonte und es hieß 1:0. Auch beim ersten Powerplay geriet das Tor von Huskies-Schlussmann Boris Rousson nicht in Gefahr. Dennoch stand es urplötzlich 1:1! Ex-Husky Alexander Serikow zog von links hart und flach ab, da war Rousson sichtlich überrascht (16.).
Nun war die erste Drangperiode der Gastgeber erlahmt, Bietigheim kam langsam besser in die Partie, in der Kassels Trainer Richer schon "absolutes Play-off-Eishockey" sehen wollte. Doch dabei machten ihm die Gäste einen Strich durch die Rechnung. Im zweiten Durchgang gestalteten die Steelers das Match immer ausgeglichener, ließen die Kasseler vor allem nicht zu ihrem schnellen Spielaufbau kommen. So wunderte es auch nicht, dass das Brittig-Team in der 29. Minute sogar in Führung ging. Bei einer Strafe gegen Hugo Boisvert schoss Steve Waschburn aus der Drehung flach zum 2:1 ein, erzielte so seinen ersten Treffer für die Steelers. Was natürlich sofort wieder den Ehrgeiz der Huskies weckte. So glich Thomas Pielmeier (Förderlizenzspieler aus Berlin) nach 33 Minuten aus. An seinem Schuss war Torhüter Koslow noch dran, doch der Puck trudelte an ihm vorbei über die Torlinie. Dennoch bot Bietigheim weiter vehement Paroli, musste aber in der Schlusssekunde des zweiten Drittels noch das Gegentor zum 2:3 schlucken. Erneut war es DelMonte, der einen Abpraller zur Führung verwertete. Ein Beleg für die anhaltende Klasse des ersten Kasseler Sturms DelMonte, Boisvert und Kraft, der in den vergangenen sieben Spielen auf 45 Scorerpunkte gekommen war.
Im Schlussdrittel ging´s dann Schlag auf Schlag - zumindest bei einer Massenschlägerei in der 50. Minute. Kassels Christ und Bietigheims Youngster Viktor Beck erhielten Spieldauerstrafen, vier weitere Akteure auf beiden Seiten je 2 + 2 Strafminuten. Übel wenig später ein Bandencheck von Steelers-Stürmer Martin Schweiger gegen Routinier Pellegrims, der vorübergehend vom Eis musste. Zumindest dies war schon einmal ein Vorgeschmack auf die Play-offs.
93 Sekunden vor Schluss nahm Christian Brittig dann Torwart Koslow vom Eis, doch auch die letzte Offensive der Steelers blieb erfolglos.
Im morgigen Heimspiel (Beginn 20.00 Uhr) der Steelers gegen den EV Ravensburg (siehe auch Extra-Bericht auf dieser Seite) fehlen neben den verletzten Kelly, Seyller und Jacques auch der nach der gestrigen Spieldauerdisziplinarstrafe gesperrte Beck sowie die erkrankten Hart und Jung. Bei beiden hat Brittig keine Hoffnung auf einen Einsatz morgen. "Für unseren Minikader war es ein Test für die Play-Offs. Wir haben alles gut umgesetzt und hätten wegen unseres großen Kampfes einen Punkt verdient gehabt. Im letzten Drittel haben wir alles probiert", so der Steelers-Coach nach dem Spiel. Helmut Anschütz
Quelle: Bietigheimer Zeitung

