Quebec, 17. MAI 2008
Wenn Russen zaubern
Eishockey-WM: Nach sechs Jahren im Finale
Mit alter Spielfreude und neuer Effektivität hat Russland bei der Eishockey-WM in Kanada erstmals seit sechs Jahren wieder das Finale erreicht. Der 23-malige Weltmeister überzeugte beim 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)-Erfolg gegen Angstgegner Finnland in allen Belangen und darf vom ersten WM-Gold seit 1993 träumen. Der Kontrahent im Endspiel am Sonntag (19 Uhr MESZ) wurde in der Nacht zwischen Gastgeber und Rekordchampion Kanada und Olympiasieger Schweden ermittelt.
Die Russen, die ihren achten WM-Sieg in Folge feierten, nahmen damit erfolgreich Revanche für die Halbfinalpleiten gegen die Nordeuropäer bei den Olympischen Spielen 2006 (0:4) und der WM 2007 im eigenen Land (1:2 nach Verlängerung). Finnland, seit 1992 sieben Mal im Finale und 1995 zum einzigen Mal Weltmeister, muss sich dagegen mit dem Spiel um Platz drei heute (21 Uhr MESZ) begnügen.
Die mit elf NHL-Profis angetretenen Russen, für die Sergej Fjodorow (14.), Danis Saripow (24.), Alexej Morosow (53.) und Maxim Suschinskij (58.) trafen, zauberten phasenweise wie die Eissputniks der früheren Sowjetunion. Doch anders als in den Vorjahren spielten sie auch physisch und in der Defensive stark sowie taktisch diszipliniert.
Vor 12 000 Zuschauern im Colisee von Quebec dominierte die Sbornaja, angefeuert von tausenden Landsleuten, von Beginn an das Spiel. Klare Chancen sprangen gegen die abwehrstarken Finnen aber kaum heraus. Die beste Möglichkeit zur Führung hatte auf der anderen Seite der Vizeweltmeister, als Torhüter Nabokow Mika Pyörälä den Puck unfreiwillig auflegte, der Schuss verfehlte aber das Tor. sid
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de


