Brezina hat richtig viel Spaß
Steelers verlieren gegen Tower Stars aus Ravensburg 1:7 (0:2, 0:2, 1:3)
Das war heftig: Vor 1727 Zuschauern verloren die Steelers das Heimderby in der Zweiten Eishockey-Bundesliga gegen Ravensburg mit 1:7. Dreifacher Torschütze war der ehemalige Steelers-Stürmer Brezina.

Der Ravensburger Torhüter Daniel Endras (85) rettet hier gegen Verteidiger Dirk Wrobel (rechts), der gestern sein 300.Pflichtspiel für die Steelers absolvierte. Links Jakko Hagelberg, daneben Kerry Ellis-Toddington. Foto: AVANTI
Die bislang als sehr zuverlässig geltende Steelers-Defensive war gestern völlig von der Rolle, ließ Torhüter Marko Suvelo ziemlich alleine gegen die eingespielte, technisch starke Mannschaft aus Oberschwaben, die verbissen um einen Play-Off-Platz kämpft. Zwischen dem 3:2-Sieg der Steelers Ende Januar in Ravensburg und dem gestrigen Wiedersehen lagen drei Spiele, und die haben die Tower Stars allesamt gewonnen, feierten damit gestern ihren vierten Sieg in Folge. Damit ist der Aufsteiger dick im Geschäft im Kampf um Platz acht. Trainer Georg Holzmann hat sein Team mit den vier nachträglichen Top-Verstärkungen Ellis-Toddington, Endras, Brezina und Thomson schon in Play-Off-Form gebracht. Davon kann bei den Steelers angesichts der personellen Notsituation derzeit keine Rede sein.
Stinksauer war Steelers-Trainer Christian Brittig und kündigte Konsequenzen an: "Der Kampf mit dem Puck hat heute gestimmt, ohne Puck überhaupt nicht. Wenn einige meinen, sie müssten nicht kämpfen, ziehe ich lieber noch einige Junioren hoch und kämpfe mit ihnen um Platz acht ."
Das Derby war aber ein Spiel unter völlig ungleichen Voraussetzungen. Steelers-Trainer Christian Brittig musste auf die verletzten Justin Kelly, Max Seyller und Alexandre Jacques, den erkrankten Matthias Hart und den gesperrten Viktor Beck verzichten. Florian Jung meldete sich erst kurz vor dem Anpfiff spielfähig, Martin Schweiger und Alexander Serikow gingen nach Trainingsblessuren vom Samstag angeschlagen aufs Eis. Brittig setzte in einer Sturmreihe auf die jungen Barry Noe und Steffen Bischoff, die sich neben Dan Heilman und Serikow abwechselten. Die Steelers erwischten einen guten Start, gingen ein hohes Tempo und machten viel Druck. Nach drei, vier Minuten, einer Überzahl und etlichen vergebenen Torchancen war die Offensivherrlichkeit aber vorbei. Clever und routiniert zogen die Tower Stars ihr feines Angriffsspiel auf und legten eine 2:0-Führung hin. Zuerst traf Robert Brezina nach einem Konter und genialem Zuspiel von Dion Del Monte mit einem knallharten Volleyschuss halbhoch ins Toreck (8.), dann erhöhte mit Mike Dolezal (18.) ein weiterer ehemaliger Steelers-Spieler auf 2:0. Bei den Steelers fehlte es nach den starken Anfangsminuten am druckvollen und vor allem effektiven Angriffsspiel und an der Laufbereitschaft. Klar, mit Daniel Endras stand ein erstklassiger Torhüter zwischen den Ravensburger Pfosten, aber mit ein wenig mehr Entschlossenheit wäre den Steelers der eine oder andere Torerfolg gelungen. Vor allem Rod Hinks zögerte oft zu lange, suchte einen noch besser postierten Nebenmann, der dann von den aufmerksamen und kompromisslosen Verteidigern der Gäste abgeblockt wurde.
Im Mitteldrittel saßen zwei eiskalt vorgetragene Konter. Zuerst traf Ron Newhook (26.), dann erneut Brezina (31.). Der hatte sichtlich Spaß an ehemaliger Wirkungsstätte und erzielte in Überzahl auch noch seinen dritten Treffer zum 5:0 für die Gäste. Da bahnte sich für die mehr und mehr hilflos wirkenden Steelers ein Debakel an, und das trat dann auch ein. Andrej Kaufmann (50.) und Derek Switzer (55.) schraubten das Ergebnis auf 7:0. Wenigstens den Ehrentreffer bekamen die Steelers noch auf die Reihe. 65 Sekunden vor Schluss verdarb Heilman Torhüter Endras den Shut-out.
Das nächste Heimspiel bestreiten die Steelers am kommenden Freitag gegen München.
VON CLAUS PFITZER
Quelle: Bietigheimer Zeitung

