Steelers übergeben rund 3568 Unterschriften an Oberbürgermeister Jürgen Kessing
Die Steelers haben ihrem Unmut über die schlechten Rahmenbedingungen in der Eishalle im Ellental Nachdruck verliehen. Gestern wurden 3500 Unterschriften im Rathaus abgeliefert.

Steelers-Präsident Hans-Günther Neumann (Mitte) und Geschäftsführer Volker Schnabel (links) übergaben Oberbürgermeister Jürgen Kessing gestern insgesamt 3568 Unterschriften von Steelers-Fans, die damit auf die unbefriedigende Situation in der Eishalle aufmerksam machen wollen. Foto: Martin Kalb
In der kurzen Zeit von drei Wochen konnten die Steelers über 3500 Unterschriften für den Erhalt des Eishockeysports in Bietigheim-Bissingen sammeln. Vor den Unterschriftenlisten in der Eishalle gab es teils lange Warteschlangen der Fans. Gestern wurden diese Listen nun von Steelers-Präsident Hans-Günther Neumann und Geschäftsführer Volker Schnabel an Oberbürgermeister Jürgen Kessing übergeben.
Besonders die schlechten Rahmenbedingungen für die Nachwuchsmannschaften haben viele der Unterzeichner aufgeschreckt, sagte Neumann. Die Kinder und Jugendlichen aus den Nachwuchsmannschaften der Steelers müssten teilweise bis abends um 23 Uhr trainieren, dann frisch geduscht durch die Eishalle zu den Umkleidemöglichkeiten im Außenbereich gehen, zum Teil für den Trainingsbetrieb nach Ludwigsburg ausweichen, und bei zwei aufeinander folgenden Heimspielen zweier Steelers-Nachwuchsteams fehle für die später spielende Mannschaft die Kabine komplett, beschrieb Neumann die angespannte Situation des Spielbetriebes im Jugendbereich.
Weiterhin beeinträchtige der marode Zustand der Eishalle auch den Spielbetrieb der ersten Mannschaft der Steelers, von der Zukunftsfähigkeit ganz zu schweigen.
Gleichwohl wolle man mit den gestrigen Unterschriften niemanden unter Druck setzen, so Hans-Günther Neumann weiter. "Aber wir wollen auf die schlimmen Zustände hinweisen und die zuständigen Personen zum Handeln auffordern".
Über das weitere Vorgehen zum Thema Multifunktionshalle hat Oberbürgermeister Jürgen Kessing, wie berichtet, in der jüngsten Gemeinderatssitzung hingewiesen. Er habe die Planungen für die neue Multifunktionshalle nicht zu einer Geheimsache erklärt, wie in einem Blättle der CDU behauptet. "Dies ist hanebüchen", so Kessing am Dienstag wörtlich. Mit einer Machbarkeitsstudie, die viel zu hohe Investitionskosten ausgewiesen habe, sei man im ganzen Gremium nicht zufrieden gewesen und habe sie deshalb erst gar nicht vorgelegt. Dies sei aber bekannt gewesen, erklärte Kessing. Dass man am Thema weiterhin arbeite, sehe man schon daran, dass im aktuellen Haushaltsplan für das Jahr 2010 eine Planungsrate in Höhe von 150 000 Euro für das Projekt eingeplant ist. "Dies ist ein erster Schritt, um weiterzukommen". Und noch eines machte Kessing am Dienstag deutlich. Der Gemeinderat müsse letztendlich darüber entscheiden, ob man in der Stadt auch zukünftig hochklassiges Eishockey und Handballsport spielen wolle oder nicht.
Zur Klärung aller Fragen rund um die Multifunktionshalle zieht sich der Gemeinderat vom heutigen Freitag bis morgigen Samstagmittag zu einer Klausur nach Donzdorf am Rande der Schwäbischen Alb zurück.
Mit im Gepäck ist ein über 60-seitiges Papierpaket samt Gutachten für eine Multifunktionshalle, welches das Gremium durcharbeiten wird.
Die Zeit der Klausur werde nicht ausreichen, um ein abschließendes Meinungsbild zu finden, sagte Kessing am Dienstag. So müssten noch viele weitere und auch neue Fragen beantwortet werden.
Die Steelers wollen an diesem Findungs- und Entscheidungsprozess beteiligt werden.
Es wird intensiv darüber nachgedacht, einen so genannten "Fantalk" zu organisieren, bei dem die Eltern der Nachwuchsspieler, die Nachwuchsspieler selbst sowie die Steelersfans mit den Fraktionsvorsitzenden der Parteien von Bietigheim-Bissingen konstruktiv über baldige Lösungsmöglichkeiten diskutieren können.
Redaktion: JÖRG PALITZSCH
Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de

