Der Vorsprung schmilzt
Für die Steelers ist die Play-Off-Teilnahme wieder in Gefahr geraten
Nach vier Niederlagen in Folge in der Zweiten Bundesliga ist die Play-Off-Teilnahme der Steelers nochmals in Gefahr geraten. Besser als auf dem Eis läuft es offenbar bei den Planungen für die kommende Saison.

Neuzugang Rod Hinks (links, hier im Spiel gegen die Moskitos Essen) musste am Wochende zweimal zuschauen, fiel dem Ausländerkontingent und auch der eigenen Leistung zum Opfer. Foto: Jens Christ
In Anlehnung an die Gepflogenheiten der DEL - die auch nicht mehr überall gelten - haben sich die Steelers-Verantwortlichen vor kurzem in Sachen Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen ein Schweigegelübde bis zum letzten Saisonspiel 2007/08 auferlegt. "Es gibt im Eishockey Spielregeln und an die halten wir uns. Vor Saisonende wollen wir keine Spielernamen anderer Clubs mit uns in Verbindung bringen", sagt dazu Sportdirektor Michael Komma, der einräumt, Gespräche mit Spielern aus den eigenen Reihen ebenso zu führen wie mit Spielern anderer Clubs. "Auch wir haben unsere Möglichkeiten und werden in der kommenden Saison ein stärkeres Team präsentieren. Hier helfen uns unsere Sponsoren, allen voran Porsche", ist alles, was sich der Sportdirektor entlocken lässt.
Wenns noch ganz dumm läuft, werden die ersten konkreten Namen des Steelers-Kaders für die Spielzeit 2008/09 schon ab dem 17. März publik. Einen Tag zuvor wird die Hauptrunde beendet, für die Mannschaften von Platz eins bis acht beginnen die Play-Offs, für den Neunten und Zehnten ist die Saison mit dem Ligaerhalt beendet, die letzten vier Teams spielen zwei Absteiger in den Play-Downs aus.
In Zeiten, in denen selbst die Liechtensteiner Bankgeheimnisse nicht mehr sicher sind, bleiben auch in der Eishockey-Szene nicht alle Transfers und Personalien geheim. Nach unseren Informationen haben die Steelers bereits zwei sehr erfahrene Spieler aus der DEL für die kommende Saison verpflichtet. Es soll sich dabei um den 38-jährigen kanadischen Verteidiger Stephane Robitaille von den Hannover Scorpions und den 31-jährigen Center Gregory Schmidt, ebenfalls ein Kanadier, von den Straubing Tigers handeln. Robitaille spielte in der DEL sechs Jahre am Stück für die Kassel Huskies, eine Saison für die Duisburger Füchse und absolviert seine dritten Saison in Hannover. Schmidt wechselte zur laufenden Saison vom Zweitligaabsteiger Dresden nach Straubing, hat in 29 Spielen drei Treffer erzielt.
Bekannt ist auch, dass Komma und Trainer Christian Brittig den Großteil des aktuellen Kaders halten wollen. Offenbar haben schon einige ihre Verträge verlängert, darunter ist nach unseren Informationen auch Justin Kelly, der mittlerweile auch das Training wieder aufgenommen hat und eventuell noch in der Hauptrunde zum Einsatz kommen könnte. Verlassen wird die Steelers wahrscheinlich Verteidiger Peter Kathan, den es zu den Schwenninger Wild Wings ziehen soll, wie aus dem Schwarzwald zu hören ist.
Noch haben die Steelers auf Platz sieben bei noch sechs ausstehenden Spielen mit zehn Punkten Vorsprung ein recht komfortables Polster auf den so ungeliebten, aus der vergangenen Saison noch bestens bekannten Platz neun. Wenn den Tower Stars aus Ravensburg im Nachholspiel heute bei Tabellenführer Kassel ihr sechster Sieg in Folge gelingt, sind es nur noch sieben Zähler auf Ravensburg und neun auf den dann neuen Tabellenneunten Crimmitschau. Und mit den Eispiraten haben es die Steelers am kommenden Sonntag im Heimspiel zu tun. Am Freitag geht es zu den um den direkten Klassenerhalt kämpfenden Lausitzer Füchsen nach Weißwasser.
"Man darf nicht vergessen, mit welchem Ziel wir in die Saison gestartet sind. Wir haben in den letzten Wochen mit großen Verletzungssorgen gekämpft und dennoch Punkte eingefahren. Wir lassen uns nicht nervös machen, wir haben zehn Punkte Vorsprung und in den letzten sechs Spielen alles in unseren Händen", blickt Komma beruhigt dem Endspurt entgegen.
In dem müssen die Steelers allerdings erheblich an ihrem Überzahlspiel feilen, das ihnen in Garmisch beim 3:5 gegen den SC Riessersee zum Verhängnis wurde. "Wir haben zu spät angefangen, aggressiv Eishockey zu spielen. Bei fünf gegen fünf hat der Biss gefehlt. Erst im letzten Drittel haben wir so gespielt wie gewohnt. Insgesamt haben wir zu viele Strafzeiten erhalten", resümierte Trainer Brittig die Partie unter der Zugspitze. Erneut nicht im Kader war Rod Hinks, der die laufintensiven Anforderungen des Trainers (noch) nicht erfüllt. Ihm droht das gleiche Schicksal wie zuvor den im Sommer verpflichteten Paul Deniset und Patrick Grandmaitre, die mittlerweile wieder weg sind.
VON CLAUS PFITZER
Quelle: Bietigheimer Zeitung

