Bietigheimer Zeitung vom 27.04.09 Teil 2




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Bietigheimer Zeitung vom 27.04.09 Teil 2

Beitragvon Petra » 27.04.2009, 17:09

Der erste Titel ist wie die erste Liebe
Bietigheim-Bissingen feiert ein Wochenende lang die Zweitliga-Meisterschaft der Steelers
Ausnahmezustand in der Stadt: Das ganze Wochenende feierten Eishockeyfans den Zweitliga-Meister Bietigheim Steelers. Dabei waren sich alle einig: So was passiert nur einmal im Leben.


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Halligalli in der Bietigheimer Innenstadt: Rund 2000 Fans begrüßten die Steelers einen Tag nach ihrem Meisterschaftssieg in München auf dem Martkplatz. Foto: Martin Kalb

Helga Hahns Augen funkeln. Seit 16 Jahren ist sie Steelers-Fan, hat in dieser Zeit fast kein Spiel verpasst. Dass ihre Jungs nach dem Sieg in München der Meister in der Zweiten Eishockeybundesliga sind, macht sie fassungslos. "Das ist ein Gefühl, das kann man gar nicht beschreiben", sagt sie, streckt ihren Arm aus und ergänzt: "Ich habe immer noch eine Gänsehaut."

Es ist Freitagnacht und Helga Hahn wartet gemeinsam mit dem harten Kern der Steelers-Fans in der Lagerhalle einer Sachsenheimer Spedition auf ihre Helden. Als eine von 400 Bietigheim-Bissingern stand sie Stunden zuvor in der Müncher Olympiahalle, schrie das Steelers-Team mit zum 5:2-Sieg, jubelte, als sich ihre Stars kurz nach 22 Uhr auf bayrischem Eis in die Arme fielen.

Jetzt schmerzen ihre Hände vom vielen Klatschen und ihre Stimme ist nach der Dauerbrüllerei krächzig. Trotzdem ist Helga Hahn direkt aus München zur spontanen Jubelfeier nach Sachsenheim gefahren. "Jetzt müssten sie bald kommen", sagt sie nach einem Blick auf die Uhr. Da ist es kurz nach drei Uhr und die Halle ist proppenvoll. Neben jenen, die live beim Playoff-Finale dabei waren, sind auch andere gekommen, feiern und singen ausgelassen.

Allgemeiner Freudentaumel auch beim offiziellen Empfang der Stadt am Samstag vor dem Rathaus. 2000 Leute, schätzt die Polizei, sind in der Bietigheimer Innenstadt auf den Beinen, erwarten dort den Autokorso, der von der Ellental-Halle Richtung Altstadt gestartet ist. Um kurz nach 19 Uhr ist es so weit. Auf einem Anhänger stehend halten die Steelers Einzug auf dem Markplatz. Fahnen werden geschwenkt, aus den Lautsprecherboxen spult DJ Muric das obligatorische Siegesfeier-Repertoire ab. "We are the Champions" singen "Queen", Fans und Spieler stimmen ein. Oberbürgermeister Jürgen Kessing steigt auf den Wagen, greift zum Mikrofon. Bei seinen Versuchen, dem Meisterteam einen würdigen, sprich lautstarken Empfang zu bereiten, müssen ihm die Vorschreier der Fanclubs, Marco und Justin, zuhilfe kommen. Trotzdem: Es ist auch sein Tag, ist die geplante Multifunktionshalle, von deren Bau die Zukunft der Steelers maßgeblich abhängt, doch sein Projekt. "In ein paar Wochen wissen wir mehr", ruft er mit Blick auf die Machbarkeitsstudie und fährt fort: "Es sind auch einige Räte hier." Ein Signal an jene unter ihnen, die sich in puncto Halle nach wie vor querstellen.

Per SMS hatte sich der OB am Freitag über den Spielstand auf dem Laufenden halten lassen. Vom 1:0 in der fünften Minute erfährt er während eines Jazzkonzerts. Schon da ist er siegessicher. "Nie mehr Zweite Liga", raunt er seinem Nachbarn zu. Inmitten der ausgelassenen Sause in Sachsenheim sagt er: "Das ist eine glänzende Leistung, auch für das gesamte Umfeld. Die Steelers sind für die Stadt ein riesiger Werbeträger, ihr Sieg ist daher eine tolle Standortwerbung." Bevor er sich in der Partymeute verliert, stellt der OB noch fest: "Der erste Deutscher-Meister-Titel, der ist wie die erste große Liebe."

Nicht ganz so poetisch, aber nicht minder treffend drücken sich andere wie Steelers-Pressesprecher Oliver Mayer aus. "Einfach geil", nennt er den Sieg seiner Bietigheimer. Uwe Hörer, wie Helga Hahn seit 16 Jahren Fan, findets "gigantisch", und Patrick Ihrlich, Vorsitzender der Ice-Hawks, des größten Fanclubs, stellt die Gegenfrage: "Wie soll man das schon finden?". Stadionsprecher Andreas Lausch gibt sich gar völlig sprachlos, kann vor Glück nur grinsen. Später liegen er und Ihrlich sich in den Armen.

Helga Hahn wird langsam ungeduldig, über zwei Stunden wartet sie jetzt schon auf ihre Stars. Dann, kurz nach 4.00 Uhr,tut sich was. Der Steelers-Bus biegt um die Ecke. Die Fans drängen aus der Halle, schreiten ihrem Team mit erhobenen Bechern und Leuchtfeuern entgegen, skandieren: "Wir haben die Meisterschaft." Mit müden aber glücklichen Gesichtern steigen die Steelers aus dem Bus. Begleitet von den Fans tragen Dominik Hammer und Doug Andress den schweren Meisterpokal in die Halle. Zu gewinnen, sagt Doug Andress, sei von Anfang das Ziel gewesen. Das es tatsächlich geklappt hat, schreibt er seinen Männern zu: "Die Mannschaft ist einfach perfekt."

Auch Stürmer Florian Jung spricht von einem "überragenden Teamgefüge". Für ihn ist die Meisterschaft gleichzeitig der Höhepunkt seiner Karriere. Aus beruflichen Gründen hört Jung zur nächsten Saison mit dem Eishockey auf. Für Helga Hahn der einzige Wermutstropfen in dieser Siegesnacht. "Du bist doch mein Lieblingsspieler", sagt sie zu Jung. Der legt beherzt den Arm um Hahns Schulter und drückt die Mutter zweier Kinder an die breite Sportlerbrust.

Einige Meter weiter steht Spitzenstürmer Justin Kelly auf einer Bierbank, streckt die Hände in die Luft, schmettert zusammen mit den Fans deutsche Feierhymnen. Auf Englisch ruft der Kanadier ihnen am Samstag vom Siegeswagen zu: "Wir sind glücklich, den Pokal für unsere Fans nach Hause geholt zu haben." Auch für ihn ist "zu hause" an diesem Abend Bietigheim-Bissingen.

Mehr Bilder heute ab 15 Uhr auf http://www.bietigheimerzeitung.de. Sportberichte auf Seite 22.
Redaktion: DOMINIQUE LEIBBRAND
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de

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Halligalli in der Bietigheimer Innenstadt: Rund 2000 Fans begrüßten die Steelers einen Tag nach ihrem Meisterschaftssieg in München auf dem Martkplatz. Foto: Martin Kalb
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Kalb Knapp 30 Fahrzeuge begleiteten die Bietigheim Steelers mit einem Autokorso (großes Bild) von der Ellental-Halle in die Altstadt. Doug Andress (Bild links) war der Star des Abends: Er schoss in München zwei der ersten drei Tore und brachte sein Team damit in einer entscheidenden Spielphase in Führung. Zur Feier des Tages gabs für ihn Sekt aus dem Meisterpokal. Vom Ulrichsbrunnen aus erhaschten die Fans am Samstag einen Blick auf ihn und seine Meistermannschaft. Fotos: Martin Kalb
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