Nach der Kritik an der Kritik: CDU-Fraktion will positives Signal an Bundesligavereine senden
Es geht hin und her: Auf die Kritik an ihrer Oberbürgermeister-Schelte reagieren wiederum Dieter Geiger und Michael Jacobi von der CDU. Sie weisen den Vorwurf, ein Sommertheater zu veranstalten, zurück.
Es ist was los in der Eishalle. Der eventuelle Umbau zu einer Multifunktionshalle sorgt für Diskussionsstoff in der Stadt. Die CDU kritisiert den OB, dieser wehrt sich und erhält Unterstützung mehrerer Fraktionen, während der neue Steelers-Präsident das Ganze mit Bauchschmerzen verfolgt. Foto: Archiv/ Martin Kalb
In einem Punkt haben der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Geiger und der CDU-Stadtrat Michael Jacobi recht: Die Diskussion über das Für und Wider einer Multifunktionshalle ist in Bewegung geraten, seitdem die beiden vor 14 Tagen im Gespräch mit unserer Zeitung bemängelten, Oberbürgermeister Jürgen Kessing habe die Zusage nicht eingehalten, weitere Informationen zu einer Multifunktionshalle dem Gemeinderat noch vor der Sommerpause bekannt zu geben.
Die Sprecher der Fraktionen der Freien Wähler, der Grünen und der SPD (Steffen Merkle, Traute Theurer und Volker Müller) sprachen daraufhin von Sommertheater, während Geiger und Jacobi zumindest von der FDP-Fraktionsvorsitzenden Doris Natusch Rückendeckung erhielten. Indes klagte der neue Präsident des Eishockeyzweitligisten SC Bietigheim-Bissingen, Hans-Günther Neumann, im Gespräch mit unserer Redaktion, dadurch sei das Thema Eishalle "negativ belegt" worden. Die Steelers würden nach eigenen Angaben von einer Multifunktionshalle profitieren. Neumann sagte, der Club brauche eine zweite Eisfläche für den Trainingsbetrieb der Profimannschaft und der Jugendteams, darüber hinaus eine besser ausgestattete Eishalle.
Unter anderem aufgrund dieser Reaktionen melden sich Geiger und Jacobi nun noch einmal zu Wort und wollen ein "positives Signal" an die Steelers und den Handballzweitligisten SG BBM Bietigheim senden. "Wir schlagen zeitnah ein Gespräch zwischen Stadtverwaltung, Gemeinderat, den Steelers und der SG BBM Bietigheim über das weitere Vorgehen in der Hallendiskussion vor."
Für die CDU stehen weiterhin zwei Alternativen im Raum: entweder der Neubau einer Halle, in der Eishockey und Handball gespielt werden kann, oder die Optimierung der Halle am Viadukt für die Handballspiele sowie ein Um- oder Neubau der Eishalle inklusive einer zweiten Trainingshalle. Die beiden Bundesligamannschaften wollen sie unterstützen, aber dies müsse nicht zwanghaft in Form einer Multifunktionshalle geschehen.
Die CDU hält an ihrer Kritik fest. Sie verweist darauf, dass die Stadtverwaltung ihre Aussage nicht eingehalten habe, die Baukostenberechnungen vor der Sommerpause vorzulegen. Gleichzeitig sagt sie, sie wehre sich gegen den Vorwurf, "Sommertheater" zu spielen. Auf der anderen Seite liege es ihnen fern, den Oberbürgermeister persönlich anzugreifen.
Kessing hatte auf die vor 14 Tagen erstmals geäußerten Vorwürfe an seiner im Oktober vergangenen Jahres geäußerten Idee einer Multifunktionshalle mit Platz für 5000 Zuschauer mit Unverständnis reagiert. Die Zeit dränge nicht, nach der Sommerpause habe man die Informationen zusammengetragen, dann werde man in den Gemeinderat gehen.
Indes weist Bernd Raff vom gleichnamigen Architekturbüro darauf hin, dass die auf der Homepage dargestellten Skizzen einer Eishalle nichts mit dem OB-Vorstoß zu tun hätten. Diese Zeichnungen seien bereits im Februar 2006 angefertigt worden vor dem Hintergrund eines möglichen Aufstiegs der Steelers in die DEL, die erste Liga.
VON ARMIN SCHULZ
Quelle: http://www.bietigheimer-zeitung.de


