Bietigheimer Zeitung vom 31.03.08




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Bietigheimer Zeitung vom 31.03.08

Beitragvon steelyute » 31.03.2008, 08:15

Bietigheim-Bissingen, 31. MÄRZ 2008

Marcel Neumann die Entdeckung der Saison

Steelers haben mit Trainer Christian Brittig das Saisonziel Playoffs erreicht - Aus im Viertelfinale gegen Landshut

Nach 57 Spielen ist die Saison 2007/08 in der Zweiten Eishockey-Bundesliga für die Steelers sportlich zwar nicht erfolgreich, aber versöhnlich zu Ende gegangen. Trainer Brittig hatte sein Ziel erreicht: Playoffs.


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Ein Volltreffer auf dem Transfermarkt für die Steelers: Justin Kelly. Sein verletzungsbedingtes Fehlen verkrafteten die Bietigheimer nicht. Foto: Avanti



Vor der Saison 2007/08 hat der SC Bietigheim-Bissingen sein sportliches Schicksal in die Hände von Sportdirektor Michael Komma und Trainer Christian Brittig gelegt, zudem den Profispielbetrieb in eine GmbH ausgelagert. Dem Duo Komma/Brittig, dass schon in anderer Konstellation bei den DEG Metro Stars in Düsseldorf zusammengearbeitet hat, ist es gelungen, das auch durch finanzielle Zwänge ausgegebene, im Vergleich zu den Jahren vorher eher bescheidene Saisonziel "Playoffs" zu erreichen. Auf Platz sieben beendeten die Steelers die Hauptrunde, in der es wenige Höhepunkte gab wie den spektakulären 5:4-Heimsieg gegen die übemächtigen Kassel Huskies, die beiden 1:0-Siege gegen den späteren Tabellenzweiten und Playoff-Gegner Landshut sowie den ersten Derbysieg im letzten Hauptrunde-Heimspiel gegen die Heilbronner Falken. Enttäuschungen waren die Niederlagen gegen den Aufsteiger vom Neckar, zum Teil happige Auswärtsniederlagen und eine Serie von Heimniederlagen gegen Ende der Runde. Und natürlich das 0:5 gegen Landshut am Ostersamstag im ersten Viertelfinalheimspiel gegen die Cannibals. Erst im vierten Spiel konnten die Steelers nach zuvor zwei unglücklichen Niederlagen in Landshut die Niederbayern erstmals in den Playoffs besiegen. Beinahe hätten sie am vergangenen Freitag auch den zweiten Matchball der Cannibals abgewehrt, doch der Return, den Alexander Serikow auf dem Schläger hatte, landete in der Verlängerung an der Latte des Landshuter Torvierecks. Sekunden später schoss Brandon Dietrich die Landshuter ins Halbfinale und die Steelers in den Urlaub.

Aus dem werden die meisten der bisherigen Kadermitglieder wieder in die Obhut von Trainer Brittig zurückkehren, der ebenso wie der Sportdirektor seinen Vertrag schon um den Jahreswechsel bis ins Jahr 2010 verlängert hat. Damit ist in der sportlichen Führung endlich die schon seit Jahren gewünschte Kontinuität und der Sachverstand gewährleistet. Keine allzu großen Veränderungen im Kader vorzunehmen ist offensichtlich das Ziel von Komma und Brittig. So wurden bereits schon vor Wochen zehn Verträge verlängert: Patrick Koslow, Dirk Wrobel, Heiko Smazal, Alexander Dotzler, Rene Schoofs, Florian Jung, Alexander Serikow, Dan Heilman, Max Seyller und Justin Kelly bleiben. Von den sieben Kontingentspielern wird wohl einzig Justin Kelly bleiben. Das bedeutet, dass auch die Zeit von Alexandre Jacques bei den Steelers, für die er seit 2004 gespielt hat, abgelaufen ist. Jacques werden Kontakte zu den Schwenninger Wild Wings nachgesagt. Dorthin zieht es auch Peter Kathan nach nur einer Saison in Bietigheim. Kathan war ebenso wie seine im Sommer 2007 gekommenen Verteidigerkollegen Heiko Smazal und Alexander Dotzler absolute Verstärkungen. Gute Verpflichtungen waren auch Sommer-Neuzugänge für die Offensive wie Dan Heilman, Max Seyller und Jaakko Hagelberg. Die Erwartungen nicht erfüllt haben Patrick Grandmaitre und Paul Deniset, die beide vorzeitig wieder den Absprung nach Schwenningen und Crimmitschau vorzogen. Noch vor Grandmaitre und Deniset hatte Jakub Körner Hals über Kopf die Steelers verlassen.

Ein Volltreffer gelang den Steelers-Chefs mit der Verpflichtung von Justin Kelly, der kurz vor Saisonbeginn mit einem Probevertrag bis November ausgestattet wurde und schnell zum Spielmacher und Leader wurde. Sein Ausfall in einer Phase, als er mit den ebenfalls längere Zeit verletzt fehlenden Alexander Serikow, dem Toptransfer vor der Runde, eine wunderbare erste Reihe bildete und die Steelers da sogar von Platz vier oder besser träumen durften, hat die Mannschaft weit zurückgeworfen. Die Nachverpflichtungen von Körner-Ersatz Danny Grover, der nach gutem Start das Niveau nicht halten konnte, Steve Washburn und Rod Hinks, die am Ende der Transferperiode nach dem Abgang von Deniset und der Verletzung von Kelly in großer Not geholt wurden, entpuppten sich nicht als der insgeheim erhoffte Renner. Das war auch Teemu Kesa nicht. Seine körperliche Präsenz, seine Physis und sein Spielverständnis reichten nicht aus, um Schwächen zu kompensieren: Seine Disziplinlosigkeiten und sein oft ungestümes Auftreten, die ihm zahlreiche Strafzeiten einbrachten. In der Schlussphase der Hauptrunde und in den Playoffs verzichtete Christian Brittig auf den blonden Finnen. Der Trainer vertraute auf den jungen Marcel Neumann. Der wurde neben Justin Kelly zum Spieler der Saison und war die Entdeckung. Seine körperlichen Defizite, die ihm aber enorme Schnelligkeitsvorteile bringen, glich er mit großem Einsatz und noch größerem Kämpferherz aus. Der 21-jährige Hohenhaslacher rechtfertigte trotz Doppelbelastung durch Berufsausbildung und -abschluss das Vertrauen seines Trainers. Der hat mit dem Einbau von Neumann und des erst vor kurzem 20 Jahre alt gewordenen Viktor Beck, der sich einen festen Platz in einer der Sturmreihen erkämpft hat, Wort gehalten mit seiner Ankündigung, jungen Spielern die Chance zu geben, sich im Zweitligateam zu bewähren. Nach Rene Schoofs, dem ein weiterer Schritt nach vorne gelungen ist und der in allen Spielen - ebenso wie Smazal, Wrobel und Dotzler - dabei war, und Dirk Wrobel haben Neumann und Beck die Fraktion der Stammspieler aus dem Nachwuchsreservoir auf vier erhöht. Das ist neben dem Erreichen der Playoffs ein weiterer positiver Faktor aus der Saison 2007/08. Dass die Mannschaft spielerische Defizite offenbarte und vor allem in der Chancenverwertung ihr größtes Manko hatte, das kreiden ihr Kritiker nicht zu Unrecht an. Das konnten auch kämpferisch und vom Einsatz her meist nicht zu bemängelnden Vorstellungen nicht kompensieren. Am Ende aber stand das Viertelfinale, und nur das war das Ziel, auf das hat Brittig seine Mannschaft akribisch vorbereitet. Im Schnitt besuchten offiziell 1744 Zuschauer die 27 Heimspiele. Beste Torschütze mit 15 Treffern waren Jung und Jacques, Serikow erzielte zwölf, Hagelberg elf Treffer, Hart brachte es auf zehn. Beste Scorer waren Hagelberg mit 32 Punkten, Jacques (30) und Serikow (25).

Für Torwart Marko Suvelo kehrt Sinisa Martinovic aus Crimmitschau zu den Steelers zurück. Wenn auch noch nicht offiziell bestätigt, so sollen auch der 29-jährige Landshuter Verteidiger Andreas Geipel sowie aus der DEL Defensivspezialist Stephane Robitaille von den Hannover Scorpions, der im April 38 wird, der Straubinger Stürmer Gregory Schmidt (31) und Verteidiger Doug Andres (Krefeld) verpflichtet sein.
VON CLAUS PFITZER

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Die Entdeckung der Saison: Der 21-jährige Verteidiger Marcel Neumann. Foto: Avanti

Quelle: BZ
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