Steelers überraschen in Schwenningen Bietigheimer 4:3-Sieg nach Penaltyschießen
Trotz des verpassten Einzugs in die Playoffs lassen sich die Bietigheim Steelers in der Endphase der Hauptrunde offenbar nicht hängen. Der Eishockey-Zweitligist aus dem Ellental überraschte gestern in Schwenningen mit einem 4:3-Sieg nach Penaltyschießen.
Seit Kevin Gaudet bei den Bietigheim Steelers als Trainer das Sagen hat, verlor der SCB siebenmal ein Zweitliga-Spiel nach Verlängerung oder Penaltyschießen. Seit gestern Abend ist der Kanadier auch diesen Makel los, denn im achten Anlauf hat es endlich mit einem Sieg in der Extrazeit geklappt: Seine Eishockey-Profis setzten sich beim Tabellenvierten Schwenninger Wild Wings mit 4:3 nach Penaltyschießen durch.
Ein überraschendes Ergebnis, wenn man sich die Voraussetzungen vor der Partie anguckt. Seit der 5:7-Heimpleite am vergangenen Freitag gegen Kaufbeuren hat sich das Thema Playoffs für die Steelers erledigt, so dass es im Schwabenduell für die Bietigheimer eigentlich nur noch um die Ehre ging. Hinzu kam, dass dem SCB mit den verletzten Brent Walton und Alexander Genze sowie den erkrankten Mark Heatley und Chris St. Jacques gleich vier Stammkräfte fehlten. "Wir haben um nichts mehr gespielt. Dennoch haben die Spieler wieder die richtige Einstellung gezeigt und nie aufgegeben. Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte Gaudet und wünschte den Schwenningern viel Glück für den Kampf um die Meisterschaft in den Playoffs.
Dabei war der Start in die Partie für die nur mit 15 Feldspielern angetretenen Bietigheimer kräftig in die Hose gegangen. Die Schwarzwälder spielten die Gäste vor den 3039 Zuschauern in der Helios-Arena an die Wand und führten nach fünf Minuten bereits mit 2:0. Zuerst hatte Jason Pinizzotto in Überzahl getroffen (4.), eine Minute später nutzte Matthias Forster einen Fehler der Steelers im Spielaufbau zum 2:0.
Dann aber bekam der Drittletzte aus dem Ellental die Begegnung in den Griff - und schlug zurück. Mit seinem ersten Saisontor verkürzte Achim Moosberger auf 1:2 (7.). Noch besser lief das zweite Drittel, das komplett den Bietigheimern gehörte. Arturs Kruminsch (28.) und René Schoofs (30.) schossen den Außenseiter mit 3:2 in Front. Beide Stürmer bezwangen den früheren Steelers-Goalie Sinisa Martinovic nach sehenswerten Alleingängen. Pierre-Luc Sleigher, ein weiterer Ex-Bietigheimer, erzielte im dritten und letzten Schwenninger Powerplay den 3:3-Ausgleich (46.). Kurz vor Schluss hatte Daniel Oppolzer Pech bei einem Pfostenschuss.
In der Verlängerung drückten die Wild Wings zwar auf den Siegtreffer, doch der überragende SCB-Keeper Sébastien Charpentier ließ sich nicht ein viertes Mal überwinden - auch im Penaltyschießen nicht. Während die Schwenninger Brock Hooton, Sleigher und David Walker ihre Penaltys vergaben, war der blendend aufgelegte Kruminsch erfolgreich, und so konnten die Bietigheimer zwei unverhoffte Zähler auf der Habenseite verbuchen. Damit ist den Steelers zugleich auch die Generalprobe für das Pokalfinale am morgigen Dienstag (20 Uhr) gegen den Zweitliga-Konkurrenten Landshut Cannibals gelungen.
Redaktion: ANDREAS EBERLE
Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de

