Pokal-Triumph im Ellental
Bietigheim Steelers gewinnen Finale gegen Landshut 6:3 - Tepper und Oppolzer treffen doppelt
Jubel in Grün-Weiß-Blau: Der Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers hat gestern den DEB-Pokal ins Ellental geholt. Dank einer Galavorstellung setzte sich der SCB vor 2216 Zuschauern gegen die Landshut Cannibals mit 6:3 durch.
Eine großartige Stimmung, fast ausverkaufte Halle, stehende Ovationen schon während der Partie und jubelnde Steelers - Bietigheimer Eishockey-Herz, was willst du mehr? Mit dem gestrigen 6:3-Heimerfolg über die Landshut Cannibals hat der SCB erstmals den DEB-Pokal gewonnen und seinen zweiten nationalen Titel nach der Zweitliga-Meisterschaft 2009 geholt. Eine bärenstarke Leistung wie zu besten Zeiten - gerade in den ersten beiden Dritteln - war die Basis für den Triumph der Steelers, die im Endspiel ohne die Leistungsträger Brent Walton und Alexander Genze angetreten waren. Dennoch zwangen sie die favorisierten und in Bestbesetzung angereisten Niederbayern in die Knie.
Dass etwas Besonderes in der Luft lag, war schon vor dem Duell deutlich zu sehen und zu hören: Es wurde die beim Pokal-Finale obligatorische Nationalhymne gespielt, die Fans machten eine Choreografie mit Sternen und einem Banner (Motto: "Die Sterne stehen günstig. Schnappt sie euch"), und drei Anhänger saßen sogar als Ritter verkleidet auf der Tribüne - eine Anspielung auf die Zeiten, als die Ellental-Arena noch eine (fast) uneinnehmbare Festung der "Stählernen" war.
Gestern Abend war sie das wieder. Die Hausherren erwischten gleich einen Traumstart. Mit dem ersten Torschuss brachte Marvin Tepper den Außenseiter nach gerade mal 36 Sekunden mit einem Schuss ins lange Eck in Führung. Die Vorarbeit hatten René und Pascal Schoofs geliefert. Die Profis aus Bietigheim wirkten bissiger als die Cannibals, hatten das größere Kämpferherz und den größeren Siegeswillen. "Kämpfen, Landshut, kämpfen", skandierten die etwa 200 mitgefahrenen Gästefans schon nach elf Minuten. In der 18. Minute nutzte Chris St. Jacques ein Zuspiel von Mark Heatley zum 2:0.
Im zweiten Drittel überstanden die Steelers und ihr erneut starker Goalie Sébastien Charpentier eine brenzlige Unterzahl-Situation schadlos. Dafür klingelte es wieder im Landshuter Tor: Nach einem Konter hatte sich Daniel Oppolzer zwar zu weit abdrängen lassen, doch sein Zuspiel aus der Ecke war ein gefundenes Fressen für Tepper, der per Schlagschuss auf 3:0 erhöhte (25.). Vier Minuten später - die Landshuter waren nach Thomas Brandls Hinausstellung gerade wieder komplett - gelang Oppolzer das 4:0. Die 5:0-Führung nach dem zweiten Drittel besorgte SCB-Verteidiger Mike Schreiber mit einem Distanzschuss (36.). "Herzlich willkommen beim Schützenverein Bietigheim", kommentierte Stadionsprecher "Pucky" Andreas Lausch bei seiner Durchsage launig den fünften Steelers-Treffer. Längst war der Pokalknüller für die Cannibals zu einer Demütigung geworden.
Dies änderte sich erst im letzten Abschnitt. Nun hielten die Gäste voll dagegen und zeigten, warum sie in der Zweitliga-Tabelle auf Rang zwei stehen. Landshut betrieb noch einmal ordentlich Ergebniskosmetik. Peter Abstreiter (43.) und Bill Trew (57.) jeweils in Überzahl sowie Kevin Kapstad verkürzten bis zur 58. Minute auf 3:5 und sorgten so noch einmal unverhofft für Spannung in der Schlussphase. Am Ende retteten die SCB-Mannen den Sieg aber über die Zeit. Oppolzer schoss mit einem Empty-Net-Tor elf Sekunden vor Spielende gar noch das 6:3. Kurz darauf durften Kapitän Doug Andress und Co. dann endlich den Pokal in die Höhe recken.
Ausgelassen feierten die Steelers anschließend mit ihren Fans den Titelgewinn in ihren extra für diesen Anlass angefertigten schwarzen Pokalsieger-T-Shirts. Und auch an die Fans hatte der Verein gedacht: Er schenkte 300 Liter Freibier aus. Zumindest gestern Abend, im Augenblick des Triumphs, waren beim neuen Pokalsieger alle Gedanken an die insgesamt enttäuschende Zweitliga-Saison und die Abstiegsrunde ganz, ganz weit weg.
Redaktion: ANDREAS EBERLE
Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de

