KOMMENTAR: Keine Playoffs, aber Supergau verhindertNicht Fisch, nicht Fleisch - das war für die Bietigheim Steelers die Zweitliga-Saison, die gestern mit dem Pre-Playoff-Aus gegen Rosenheim ein unrühmliches Ende gefunden hat. Jetzt haben die Profis vorzeitig Urlaub. Das war zuletzt im März 2007 der Fall, nachdem das Team als Neunter den Sprung in die Playoffs ebenfalls knapp verpasst hatte.
Die Spielzeit 2010/2011 hätte aber auch böser ausgehen können. Wochenlang dümpelte der SCB im Tabellenkeller herum und war ein heißer Kandidat für die Abstiegsrunde. Die Gefahr, in die Oberliga abzustürzen, war so groß wie noch nie. Dass Danny Held nach seiner Berufung zum Chefcoach das Ruder herumgerissen und zumindest den Klassenerhalt gesichert hat, ist ihm hoch anzurechnen. Allein schon deshalb hat er es verdient, auch künftig an der Bande zu stehen.
Dennoch schwingt bei den Fans nun zu Recht Enttäuschung mit. Was die Leistungen der Mannschaft und das Publikumsinteresse anbelangt, war die Saison ein Rückschritt. Durchschnittlich kamen nur 1283 Zuschauer in der Hauptrunde zu den Heimpartien - 368 weniger als im Vorjahr, 616 weniger als in der Meistersaison 2008/2009, so wenige wie bei keinem anderen Verein. Dies allein auf die marode Halle zu schieben, ist zu einfach. Gerade gegen die ähnlich stark (oder schwach) besetzte Konkurrenz aus Heilbronn, Bremerhaven, Kaufbeuren oder Rosenheim rief das Team zu selten sein Potenzial ab, und Mittelmaß will im Ellental eben niemand sehen. So gibt es im aktuellen Aufgebot auch nur wenige Gewinner wie den talentierten Pascal Schoofs oder Topscorer Olivier Latendresse, der eine starke erste Saison absolviert hat. Held wird nicht umhin kommen, am Kader Korrekturen vorzunehmen, damit es in der neuen Runde mit dem Club wieder aufwärtsgeht. ANDREAS EBERLE
Redaktion: SWP
Quelle:
www.bietigheimer-zeitung.de