KOMMENTAR: Jetzt ist alles nur noch eine ZugabeDie Bietigheim Steelers greifen nach dem Double. Nach der Titelverteidigung im DEB-Pokal und Platz eins in der Hauptrunde kämpft der Eishockey-Zweitligist aus dem Ellental nach dem gestrigen Triumph über Rosenheim ab Freitag gegen Schwenningen um die Meisterschaft.Damit hat das Team in dieser Saison mehr erreicht, als selbst die kühnsten Optimisten vor der Runde zu hoffen gewagt hätten. Alles Weitere ist jetzt nur noch eine Zugabe.
Der SCB geht freilich als krasser Außenseiter in die Finalserie. Auf der einen Seite stehen die ausgeruhten Wild Wings, die ein vergleichsweise lockeres Halbfinale gegen Ravensburg hinter sich haben und wie die Raubeine aus Rosenheim über einen üppigen Kader verfügen. Auf der anderen Seite die Steelers, die seit Wochen personell auf dem Zahnfleisch gehen und am Limit spielen. Doch Trainerfuchs Kevin Gaudet wird sich schon etwas einfallen lassen, wie er den Pott wieder nach Bietigheim holen kann.
Der Kanadier hat sich für den Klub als Glücksgriff erwiesen. Er hat aus einem Abstiegskandidaten ein Spitzenteam geformt - und das mit dem gleichen Etat wie im Jahr zuvor. Eine knifflige Aufgabe steht Gaudet aber noch bevor. Denn er muss spätestens nach dem Finale versuchen, den Kader zusammenzuhalten. Das dürfte schwer werden, zumal der Verein nach wie vor finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Die vielen Siege haben Begehrlichkeiten geweckt. Bei den Profis, die ihre Leistung gebracht haben und zu Recht auf eine angemessene Erfolgsbeteiligung in Form gut dotierter Verträge pochen. Und auch bei der Konkurrenz, die gerade die Stars wie die Brüder Marcel und David Rodman mit Handkuss nehmen würde. Die Stützen weiter an sich zu binden, wäre für die neue Saison die halbe Miete.
Autor: ANDREAS EBERLE | 17.04.2013
Quelle:
www.bietigheimer-zeitung.de