KOMMENTAR · EISHOCKEY: Es fehlt die PerspektiveIn keiner Sportart wird der Wettbewerbsgedanke so sehr mit Füßen getreten wie im Eishockey. Einen Auf- und Abstieg zwischen den beiden höchsten Spielklassen gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Den ambitionierten Zweitliga-Klubs wie den Bietigheim Steelers fehlt somit jegliche Perspektive - außer ein DEL-Verein kollabiert finanziell, so dass ein Zweitligist benötigt wird, der die Eliteklasse wieder auffüllt. Da muss sich niemand wundern, dass Eishockey stagniert, viele Fans verprellt werden und sich nur ein unbedeutender Sender aus Österreich für die Live-Übertragung der Spiele interessiert.
Dass die ESBG, in der die Zweitliga-Klubs organisiert sind, nun den Schulterschluss mit der DEL sucht, ist vernünftig, auch wenn das Verhältnis zum bisherigen Dachverband DEB dann wohl vollends in die Brüche geht. Die angestrebte DEL 2 könnte in der Tat die Lösung des leidigen Aufstiegsproblems sein - mit Vorteilen für beide Seiten. Die zwei Profiligen würden sich, organisiert unter einem Dach, rasch in ihrem Spielniveau und den wirtschaftlichen Voraussetzungen angleichen, so dass ein Abstieg für einen DEL-Verein nicht mehr gleich das Ende bedeutet. Umgekehrt stellt mancher Zweitligist inzwischen durchaus eine sexy Braut dar, die die Szenerie im Eishockey-Oberhaus bereichern würde. Gerade die Standorte Bremerhaven, Schwenningen oder neuerdings auch Bietigheim brauchen sich mit ihren Stadien nicht vor den Etablierten zu verstecken.
Redaktion: ANDREAS EBERLE
Quelle:
www.bietigheimer-zeitung.de