Kein frohes Fest für die Steelers
Bietigheim unterliegt in Rosenheim mit 4:5
Der Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers hat gestern Abend bei den Starbulls Rosenheim mit 4:5 verloren. Nach einem 0:3-Rückstand zeigten die Gäste Moral und machten das Duell noch einmal spannend.
Die kleine, aber feine Auswärtsserie der Bietigheim Steelers ist schon wieder Makulatur. Den Überraschungscoups in Schwenningen und Heilbronn folgte gestern ein 4:5 bei den Starbulls Rosenheim. Für das Zweitliga-Schlusslicht war es nach dem 3:4 am Sonntag gegen Weißwasser die zweite Pleite in drei Tagen, so dass das Weihnachtsfest für die SCB-Kufencracks diesmal nicht besonders fröhlich ausfallen dürfte. Die nächste Bewährungsprobe haben die Steelers am 26. Dezember bei den Lausitzer Füchsen. "Wir hätten heute mindestens zwei Punkte verdient gehabt. Ich muss jetzt einen Weg aus der Krise finden", sagte Bietigheims Trainer Kevin Gaudet nach dem Misserfolg in Rosenheim.
Im Kathrein-Stadion bot seine Mannschaft gestern keineswegs eine schwache Leistung. Im Gegenteil: Der Tabellenletzte war über weite Strecken die stärkere Mannschaft. Allein ihrem Goalie Norm Maracle hatten es die Starbulls zu verdanken, dass die Schwaben im ersten Drittel leer ausgingen. Effektiver zeigten sich die Oberbayern. Erst profitierte Patrick Asselin von Corey Quirks Querpass und setzte den Puck ins Netz (17.). 80 Sekunden später erhöhte der allein aufs Steelers-Tor zueilende Quirk in Unterzahl auf 2:0. Vorangegangen war ein Abspielfehler von SCB-Kapitän Doug Andress im Spielaufbau.
Als Mitch Stephens in der 31. Minute einen Konter mit dem 3:0 krönte, schien die Partie gelaufen. Doch der Gast bäumte sich noch einmal auf. Andress machte sein Malheur wieder gut und vollendete im Nachschuss zum 1:3 (33.). Im Spiel vier gegen drei verkürzte Torjäger Paul John Fenton, indem er Andress Geschoss von der blauen Linie ins gegnerische Gehäuse abfälschte (38.). Alles war wieder offen.
Mit einem Powerplay-Tor gelang Ty Morris der verdiente Ausgleich (43.). Mike Schreiber hatte danach sogar die erste Bietigheimer Führung auf dem Schläger, scheiterte aber am überragenden Maracle. Die wohl spielentscheidende Szene ereignete sich in der 56. Minute: Ralf Herbst verlor das Gleichgewicht und fiel auf einen Rosenheimer, was Schiedsrichter Alfred Hascher mit einer Zwei-Minuten-Strafe ahndete. Die folgende Überzahlsituation nutzte der Ex-Bietigheimer Peter Kathan zum 4:3. In der Endphase nahm Gaudet Torhüter Dustin Strahlmeier vom Eis, aber der Schuss ging nach hinten los: Andrej Strakhov traf zum 5:3 in den leeren Kasten. Rene Schoofs Tor zum 4:5 exakt 20 Sekunden vor Spielende war nur noch Ergebniskosmetik. "Das Team hat nie aufgegeben", lobte Gaudet und ärgerte sich über die fragwürdige Hinausstellung von Herbst: "Es ist bitter, wenn man vier Minuten vor Schluss eine Strafe bekommt, die keine ist."
Eine weitere Hiobsbotschaft war der frühe Ausfall von Verteidiger Marco Müller (12.). Der Frankfurter Förderlizenzspieler musste nach einem Bandencheck mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus.
Redaktion: ANDREAS EBERLE
Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de

