Gaudet will Arena zur Heimfestung machen Steelers gehen in Bestbesetzung ins Derby
Irgendwie ist das Derby heute gegen Heilbronn auch für die Bietigheim Steelers ein Auswärtsspiel. Denn sie betreten in der EgeTrans-Arena ebenso Neuland wie der Gegner. Trainer Kevin Gaudet ist gespannt, wie sich sein Team vor der großen Heimkulisse präsentiert.Steelers-Coach Kevin Gaudet erlebt in diesen Tagen ein Déjà-vu-Erlebnis. In seiner Zeit als Erstliga-Trainer beim DEL-Klub Hannover Scorpions hat der 49-jährige Kanadier schon einmal einen Umzug von einer alten und unattraktiven Halle in eine schmucke Arena miterlebt - mit allen Unwägbarkeiten, die ein Wechsel der Spielstätte eben so mit sich bringt. Denn an das neue Stadion, das Eis und die Atmosphäre muss sich auch seine Mannschaft nun erst einmal gewöhnen.
"Auch für uns ist das jetzt erst einmal ein Auswärtsspiel", sagt Gaudet vor dem Derby heute (20 Uhr) gegen die Heilbronner Falken. Er stellt sich künftig auf noch mehr Widerstand der Gästeteams ein als bisher. "Unsere Gegner werden noch härter um den Sieg kämpfen und 110 Prozent bringen, zumal wir zurzeit auch noch Erster sind", glaubt Gaudet und fügt schmunzelnd hinzu: "Vielleicht will sich der eine oder andere Spieler bei uns mit einer besonders starken Leistung für einen Arbeitsplatz bewerben, wenn er unsere schöne neue Halle sieht."
Damit die Akklimatisierung zumindest ein bisschen erleichtert wird, trainieren die Bietigheimer Eishockey-Profis heute Vormittag - zum ersten Mal überhaupt - auf dem Eis der EgeTrans-Arena. Ab 20 Uhr kommt es dann zur Nagelprobe, wenn der Erzrivale aus Heilbronn seinen Antrittsbesuch in der neuen Halle macht. "Ich hoffe, dass meine Mannschaft vor den fast 5000 Zuschauern nicht nervös wird. Eine gewisse Unsicherheit ist aber normal", sagt Gaudet. Er baut gerade bei der Premiere auf lautstarke Unterstützung von den Rängen: "Die Zuschauer sollen unser siebter Mann sein. Nur so können wir auch das neue Stadion wieder zu einer Heimfestung machen."
Besondere Würze gewinnt das Prestigeduell durch die unterschiedliche Ausgangssituation beider Klubs: Die Steelers spielen bisher eine glänzende Zweitliga-Runde und haben am vergangenen Sonntag mit dem 7:2-Schützenfest gegen die Fischtown Pinguins erstmals in dieser Saison Platz eins erobert. Die als Mitfavorit in die Spielzeit 2012/2013 gestarteten Falken enttäuschten dagegen auf der ganzen Linie. Zurzeit steht die Truppe von Trainer Rico Rossi als Tabellenneunter sogar einen Rang hinter den Playoffplätzen. Dennoch will Gaudet die kriselnden Unterländer nicht vorzeitig abschreiben. Im Gegenteil: "Ich bin mir sicher, dass Heilbronn wieder in Schwung kommt und am Ende um die Meisterschaft mitspielt."
Zu einem Wiedersehen kommt es heute Abend mit dem langjährigen Bietigheimer Torjäger Brent Walton. Der 29-jährige Kanadier ist vor dieser Saison von den Steelers zu den Falken gewechselt und nach wie vor eng mit den SCB-Kontingentspielern Doug Andress und Paul John Fenton befreundet. "Speziell Walton will bei uns unbedingt gewinnen, das ist sicher", sagt Gaudet, der Angreifer Barry Noe nach dessen Handbruch wieder im Aufgebot begrüßen kann. Somit hat der Erfolgscoach zum ersten Mal in dieser Hauptrunde alle Mann an Bord.
Redaktion: ANDREAS EBERLE
Quelle:
www.bietigheimer-zeitung.de