KOMMENTAR: Mannschaft hat kein Alibi mehrTrainerentlassungen sind unpopulär und kein Allheilmittel. Aber die gestrige Trennung von Christian Brittig war für die Bietigheim Steelers der wohl einzig verbliebene Ausweg, aus der Krise wieder herauszukommen und ein Zeichen zu setzen. Das Fass zum Überlaufen brachte das peinliche 1:5-Debakel im Kellerduell bei den Hannover Indians und der Sturz auf den letzten Tabellenplatz. Hilflos, harmlos, konzeptlos - das sind die Steelers im Herbst 2010. Aus dem Zweitliga-Meister und einem Verein mit DEL-Ambitionen ist eine Lachnummer geworden.
So groß die Verdienste und die Fachkompetenz von Brittig unbestritten sind - zuletzt hat er die Mannschaft nicht mehr erreicht. Strafaktionen gegen einzelne Spieler wie die Verbannung des mit großen Hoffnungen geholten Pierre-Luc Sleigher auf die Bank oder der Rauswurf von Michael Schmerda sowie die öffentliche Kritik an angeblich zu weichen Akteuren und den unglücklich haltenden Torhütern haben das Team zusätzlich verunsichert. Hinzu kam die fehlende Bereitschaft des Trainers, sein jahrelang erfolgreich praktiziertes System zu ändern, weil es die Spieler nicht mehr umsetzen konnten oder wollten.
Seit gestern Abend ist Brittig, der Meistermacher aus der Saison 2008/2009, in Bietigheim Geschichte - und mit dem Landshuter ist für die Mannschaft auch das letzte Alibi verschwunden. Sie muss jetzt Charakter oder "Eier" zeigen, wie es Fußball-Torwart-Titan Oliver Kahn mal plakativ ausgedrückt hat. Die dringendste Aufgabe von Interimscoach Danny Held wird es in den nächsten Tagen sein, die Blockade in den Köpfen der Spieler zu lösen und ihnen wieder Freude an ihrem Job zu vermitteln. Denn so schlecht, wie sie momentan in der Tabelle stehen, sind die Steelers definitiv nicht. ANDREAS EBERLE
Redaktion: SWP
Quelle:
www.bietigheimer-zeitung.de