Gaudet zeigt Mitleid mit Falken-Coach Rossi Steelers treten heute beim kriselnden HEC an
Die Eishockey-Klubs Heilbronner Falken und Bietigheim Steelers treffen heute zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen aufeinander. Im Zweitliga-Duell will der kriselnde HEC zu Hause Revanche nehmen für das 2:5 im DEB-Pokal-Halbfinale.
Die Steelers-Fans hatten für Rico Rossi nur Hohn und Spott übrig. "Rossi, Rossi, ha ha ha" und "am Freitag ist der Rossi weg" tönte es am Dienstag während und nach dem DEB-Pokal-Halbfinale zwischen Bietigheim und Heilbronn aus dem Stehblock des SCB. Der Coach der Falken macht zurzeit nicht nur wegen solcher Sprechchöre schwere Zeiten durch: Seine als Meisterschaftskandidat in die Zweitliga-Saison gestartete Mannschaft belegt momentan nur den zehnten Tabellenplatz und müsste so, Stand heute, sogar in die Abstiegsrunde.
Bereits heute (20 Uhr) haben die Unterländer die Gelegenheit, die 2:5-Pleite im Pokal-Wettbewerb wieder auszubügeln und sich zumindest ein Stück weit für die bisher so verkorkste Spielzeit zu rehabilitieren. Denn in der Kolbenschmidt-Arena treten die beiden Erzrivalen erneut gegeneinander an, diesmal in der Hauptrunde der Zweiten Liga. Für den HEC geht es darum, mit einem Derbyerfolg die Hoffnung auf einen Playoffplatz aufrechtzuerhalten. Drei Punkte beträgt der Rückstand der Heilbronner auf die Dresdner Eislöwen, die aktuell Achter sind.
Coach Rossi steht bei den Falken im Zentrum der Kritik. Einzig die Männerfreundschaft zwischen ihm und Manager Ernst Rupp verhinderte bisher die Entlassung des seit 2004 beim HEC tätigen Italo-Kanadiers. Im Gegensatz zu den Bietigheimer Fans zeigt Steelers-Coach Kevin Gaudet Mitleid mit seinem Kollegen und Landsmann. "Rico ist ein guter Mann. Ich kenne den Druck in diesem Geschäft und fühle mit ihm", sagt der Kanadier, macht aber klar: "Ich liebe es, zu gewinnen. Wir werden darum alles tun, um Heilbronn erneut zu schlagen."
Das nahende Prestigeduell bezeichnet Gaudet als "das härteste Spiel in dieser Saison". Dass die Falken um Raubein Pat Baum wahrscheinlich wieder so aggressiv auftreten werden wie am Dienstag, sieht der SCB-Trainer gelassen: "Ich hoffe, dass Heilbronn wieder viele Strafen bekommt, denn unser Überzahlspiel ist im Moment hervorragend." Die Steelers können sehr entspannt ins Derby gehen. Sie führen mit sechs Zählern Vorsprung das Klassement an und stehen als Titelverteidiger erneut im Endspiel um den deutschen Eishockey-Pokal. Das Finale am 27. Februar findet wie schon 2012 im Ellental statt. Das Heimrecht hatte gestern DEB- Generalsekretär Franz Reindl dem Titelverteidiger zugelost.
Bei Bietigheim fallen erneut der kranke Verteidiger Bastian Steingroß und der Langzeitverletzte Barry Noe aus. Angeschlagen ist Angreifer David Rodman. Bei den Falken debütiert der gestern verpflichtete Alex Westlund im Tor. Der 37-jährige US-Amerikaner kommt von HK Poprad aus der slowakischen Eliteliga und ersetzt den an den Adduktoren verletzten Kevin Nastiuk. Zuvor war Westlund beim österreichischen Meister Linzer Black Wings nach fünf Spielzeiten wegen schwacher Fangquoten aussortiert worden. Chris Capraro (Leistenprobleme) und Chris Billich (Magen-Darm-Infekt) fehlen im HEC-Kader. Dafür kehrt Flügelstürmer Dominik Walsh ins Team zurück.
Redaktion: ANDREAS EBERLE
Quelle: www.bietigheimer-zeitung.de


