Leidborg glänzt mit Humor und AnekdotenEr war vor rund 30 Jahren einer der besten schwedischen Eishockey-Torhüter, bestritt 25 Länderspiele und feierte mit AIK Solna zweimal die Landesmeisterschaft. 1987 beendete Gunnar Leidborg seine aktive Karriere, blieb dem Sport aber als Trainer erhalten und steht mittlerweile beim Zweitbundesligisten Fischtowns Pinguins aus Bremerhaven hinter der Bande. Zugleich glänzt der am 11. Januar 1955 in Stockholm geborene Leidborg als Entertainer von hohem Unterhaltungswert.
Pressekonferenzen würzt das gemütlich wirkende, in sich ruhende Nordlicht nicht selten mit seinem trockenen Humor und diversen Anekdoten. Das war am Abend vor Silvester im Bietigheimer Ellental nicht anders. Nach Bremerhavens 3:2-Sieg nach Verlängerung beim SC Bietigheim-Bissingen hielt er sich nicht lange mit den oft nicht nachvollziehbaren Entscheidungen von Schiedsrichter Carsten Lenhart auf, der beide Mannschaften mit zahlreichen Strafzeiten aus dem Rhythmus brachte.
Angesprochen auf lange Busfahrten von der Nordseeküste runter bis ins Schwabenland gab Leidborg Einblicke in sein Seelenleben preis. „Als wir das erste Mal nach Garmisch-Partenkirchen gefahren sind, dachte ich: Jetzt bist du eigentlich alt genug, um aufzuhören.“ Doch der Trainer, der auch schon sechs Clubs aus der Deutschen Eishockey-Liga unter seinen Fittichen hatte, machte natürlich weiter und stellte sich der Realität: „Bremerhaven lässt sich nicht näher an Deutschland heranrücken.“
Im VIP-Raum hatte Leidborg längst die Lacher auf seiner Seite und auch seinem Bietigheimer Trainerkollegen Daniel Held fiel es sichtlich schwer, die Fassung zu behalten. Doch der Schwede setzte noch einen drauf und verriet, wie er sich bei Auswärtsreisen wappnet: „Ich trage Thrombosestrümpfe.“ Viel fehlte nicht und Leidborg hätte zum Beweis noch die Hosenbeine hochgekrempelt. Am Ende gab es reichlich Applaus für den Gästecoach – sicher nicht die Regel bei den Steelers. (khu)
Quelle:
www.ludwigsburger-kreiszeitung.de