Nervenkitzel auf den Presseplätzen
Während die Kufenkämpfer auf dem Eis das Letzte aus sich herausholen, Niederlagen und blaue Flecken wegstecken, das Serien-Spektakel bis zum Äußersten ausreizen, erleben die Journalisten und Fotografen in der Ege Trans-Arena ihren ganz persönlichen Play-off-Nervenkitzel.
Die Verbindung ins Internet bringt jedes Mal neue Überraschungen. Mal flutscht’s am Laptop wie unten bei den schnellen Recken, mal braucht ein angetippter Buchstabe fünf Sekunden, bis er auf dem Bildschirm auftaucht. In den Drittelpausen, wenn das WLAN-Netz besonders beansprucht wird, lässt die Geschwindigkeit rapide nach.
Und es kann auch vorkommen, dass das ganze System zwischendurch den Geist aufgibt. Keine Chance, die mit heißer Nadel gestrickten Texte zur Zeitung zu übermitteln. Wenn sich dann auch noch die Uhr bedrohlich der Deadline, dem Redaktionsschluss, nähert, kommen die Berichterstatter im Kühlhaus ins Schwitzen.
Der Bauherr der Arena, die Stadt Bietigheim-Bissingen, die sich gerne im Glanz der Erfolge ihrer Sportlerinnen und Sportler sonnt, hat schlicht vergessen, den Medienvertretern vernünftige und zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu installieren. „Im heutigen Zeitalter schon abenteuerlich“, grantelt der Kollege aus Oberbayern und schüttelt den Kopf. Der Fotograf aus Ludwigsburg ist schon nach dem ersten Drittel nach Hause gefahren, um seine Bilder sicher übertragen zu können.
Das Match gestern hat Spaß gemacht. Spielbeginn 18 Uhr bedeutet: kein Laptop, keine Wireless-Lan-Willkür, kein Stress – dafür pure Play-off-Spannung in einer brodelnden Arena.
von Erich Wagner
Quelle:
www.ludwigsburger-kreiszeitung.de