Titelkampf ohne Aufstiegschance
Bietigheim-Bissingen – Ärgerlich ist die Regelung schon, aber den Spaß verderben lassen wollen sich die Cracks der zweiten Eishockey-Bundesliga deswegen nicht. Für die Steelers aus
Bietigheim-Bissingen beginnt mit dem heutigen Auftaktspiel in Dresden der Saison-Alltag.
„Ich glaube nicht, dass die Regelung in irgendeiner Weise negativen Einfluss auf die Leistung der Spieler hat“, sagt Michael Komma. Der sportliche Leiter des SC Bietigheim-Bissingen hat sich in den vergangenen Monaten genug über die aus seiner Sicht unsägliche Konstruktion geärgert: Kein Team, selbst der Meister der zweiten Bundesliga nicht, wird in die elitäre Deutsche Eishockey-Liga (DEL) aufsteigen können.
„Die DEL ist, anders als in anderen Sportverbänden üblich, eine eigene Organisation“, erklärt Komma und fährt fort: „Da nehmen sich die Gesellschafter solche Beschlüsse halt heraus, man kann nichts machen“.
Das Konstrukt ist so einfach wie kaum nachvollziehbar. Die Eishockey-Betriebsgesellschaft (ESBG), die die zweite Liga betreibt, hat mit der DEL einen Kooperationsvertrag geschlossen. Bis 2010 wurden darin auch die Aufstiegsmodalitäten geregelt. Allerdings ist die Sollzahl der DEL (16 Vereine) mit den Aufstiegen der Grizzlys aus Wolfsburg und der Huskies aus Kassel seit Ende der vergangenen Saison erreicht, das Tor in die Erstklassigkeit ist also bereits geschlossen.
Dass die Resignation über die sportliche Einbahnstraße der zweiten Liga tatsächlich bis 2010 dauern wird, das hält zumindest Michael Komma für fraglich. „In gewisser Weise kann man sogar von Wettbewerbsverzerrung sprechen“, klagt der Steelers-Sportdirektor und verweist auf die Play-offs der Vorsaison, als oben bereits alles klar war und manche Top-Spieler vorzeitig den Verein wechselten. „So etwas darf keine Überlebenschance haben“, so Komma.
Mit Blick auf den anstehenden Doppelspieltag bei den Dresdner Eisbären, die heute (20 Uhr) ihre neue Sporthalle in Betrieb nehmen, und im ersten Heimspiel gegen EHC München (Sonntag, 18.30 Uhr) scheinen die Steelers nach dem geglückten Vorbereitungsprogramm und dem sensationellen Abschneiden im Pokal bestens gerüstet.
Trainer Christian Brittig hat mit Ausnahme von Kapitän Heiko Smazal, der sich im Pokal gegen Frankfurt die Hand gebrochen hat und für sechs Wochen ausfällt, alle Mann an Bord.
„Gegen den Aufsteiger in Dresden wird es ein ganz schweres Spiel“, sagt Komma. Der Sportdirektor ist genauso gespannt wie die Zuschauer, wie sich die Neuzugänge Gregory Schmidt, Stephane Robitaille, der dänische Nationalspieler Kaspar Degn sowie Torwart- Rückkehrer Sinisa Martinovic schlagen werden. Für Trainer Brittig, der mit seinem Team Platz vier, der das Heimrecht für das Viertelfinale der play-offs mit sich bringen würde, erreichen möchte, steht bereits fest: „Wir sind stärker geworden und werden einen gesunden Konkurrenzkampf erleben.“
Andreas Steimann
Kein Aufsteiger, aber ein Absteiger
Quelle: http://www.ludwigsburger-kreiszeitung

