Bietigheim-Bissingen – Als Jochen Hecht gestern Mittag die Kabine des Eishockey-Zweitbundesligisten SC Bietigheim-Bissingen betrat, bahnte sich kein spektakulärer Transfer an – der Nationalspieler war zu Gast beim Porsche-Camp der Steelers-Jugendabteilung.

„Ich will Hallo sagen, mit aufs Eis gehen und den Kindern ein paar Tipps geben“, freute sich der 31 Jahre alte Stürmer auf die etwas andere Trainingseinheit im Ellental-Eisstadion.
Bereits zum achten Mal bieten die Steelers mehr als 120 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland eine intensive, dreiwöchige Saisonvorbereitung an. Geleitet wird das Camp von mehreren Trainer, die Unterstützung von Eltern der Bietigheimer Teilnehmer erhalten, die als Betreuer, Küchenhelfer und Fahrer zur Verfügung stehen. Untergebracht ist der Eishockey-Nachwuchs im Bissinger Liederkranzhaus.
Die Karriere des Mannheimers Jochen Hecht dürfte dem Nachwuchs als Ansporn dienen. Der 1,85 m große und 90 kg schwere Nationalspieler gab mit 17 sein Debüt im Profi-Kader der Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey-Liga. Nach zwei Meisterschaften mit seinem Heimatclub wagte Hecht 1998 den Sprung nach Nordamerika. In der National Hockey League (NHL) entwickelte sich der Center zum Stammspieler bei den St. Louis Blues.
Nach einer Saison beim kanadischen Traditionsclub Edmonton Oilers (2001/02) erfolgte der Wechsel zu den Buffalo Sabres, wo Hecht inzwischen zu den Führungspersönlichkeiten zählt.
Der Ritterschlag erfolgte in der vergangenen Saison, als der Mannheimer zum Kapitän aufstieg – als erster deutscher Spieler in der NHL. Hecht: „Das war schon etwas Besonderes, eine Bestätigung für meine Leistung.“
Für Buffalo und damit auch Hecht verlief die Runde dennoch enttäuschend. Linksschütze Hecht kam zwar in 75 Spielen auf 49 Scorerpunkte, doch sein Team verpasste knapp die Play-offs. „Die Play-offs zu packen – das muss diesmal unser Ziel sein“, wagt der Sabres-Stürmer einen Ausblick auf die kommende Saison.
Am 19. September beginnt in Buffalo das Trainingslager. Derzeit hält sich Hecht in Mannheim fit und absolviert die Vorbereitung den Adlern.
Gestern profitierte der Nachwuchs im Ellental von der Erfahrung eines Spielers, der bereits 548 Spiele in der NHL auf dem Buckel hat. „Die Jungs müssen Spaß haben und immer hundertprozentig bei der Sache sein. Es gibt gute und schlechte Tage, aber wenn die Freude fehlt, geht es nicht“, schrieb Hecht den Eishockey-Kids ins Stammbuch. Die Teilnehmer des Camps dürfen sich übrigens auf weiteren prominenten Besuch freuen. Mit Marcel Goc hat sich ein zweiter Nationalspieler angekündigt.
Karl-Heinz Ullrich
Quelle: http://www.ludwigsburger-kreiszeitung.de

