KOMMENTAR
Die sinnlosen Ideen von FunktionärenSchläger splittern, Zähne brechen, Muskeln reißen – der Sinn einer Serie, deren Gewinner erst feststeht, wenn eine Mannschaft vier Siege auf dem Konto hat, erschließt sich dem Beobachter nicht mehr.Insgesamt elfmal haben Bietigheim-Bissingen und Rosenheim in der Spielzeit 2012/13 die Klingen gekreuzt. Heute machen die Kontrahenten in der Ege Trans-Arena das Dutzend voll, um Schwenningens Gegner im Play-off-Finale der 2. Bundesliga zu ermitteln. Was soll diese Inflation? Das fragen sich Trainer, Spieler und auch die Anhänger.
Best-of-Seven heißt es im Fachjargon und wurde aus Nordamerika importiert. In Deutschland übernahmen Funktionäre am Schreibtisch das Konzept aus Übersee. Die für die 2. Liga zuständige Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) hetzt die Profis am Ende einer anstrengenden Saison noch in eine unsinnig lange Play-off-Serie, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler. Steelers-Torjäger Marcel Rodman wollte am Sonntag unbedingt helfen, aber der lädierte Muskel legte sein Veto ein.
Die Emotionen zwischen Steelers und Starbulls werden auch heute wieder hochkochen. Bleibt zu hoffen, dass der Schiedsrichter eine konsequente und gerechte Linie findet. Egal wer heute das bessere Ende für sich behält: Der gestresste Sieger wird als krasser Außenseiter ins Endspiel gegen ausgeruhte Wild Wings gehen.
von Erich Wagner
Quelle:
www.ludwigsburger-kreiszeitung.de