Bietigheim-Bissingen/Landshut – Eishockey-Zweitbundesligist SC Bietigheim-Bissingen befand sich zum Play-off-Auftakt mit den Landshut Cannibals auf Augenhöhe, verlor aber Spiel 1 am Gründonnerstag trotz einer schnellen 2:0-Führung mit 2:3.

Doch den Steelers bietet sich bereits am heutigen Ostersamstag die Gelegenheit, die Viertelfinalserie „Best of 7“ auszugleichen. Wenn die Cannibals um 18.30 Uhr im Eisstadion Ellental aufkreuzen, benötigen die Schwaben allerdings eine bessere Chancenverwertung und sollten nach Möglichkeit Strafzeiten vermeiden.
Denn Landshut zog vor knapp 3000 Zuschauern am Gutenbergweg wie schon in der Hauptrunde ein sehr effektives Überzahlspiel auf und erzielte zwei seiner drei Treffer im Powerplay. „Die Strafzeiten waren ausschlaggebend“, legte Steelers-Trainer Christian Brittig den Finger in die Wunde.
Dabei hatte seine Mannschaft mit einem Blitzstart die favorisierten Landshuter geschockt. Bereits nach knapp sechs Minuten lag Bietigheim durch Treffer von Rene Schoofs (4.) und Verteidiger Donny Grover (6.) mit 2:0 vorne.
Die Steelers, die zunächst mit vier Reihen agierten, sahen sich nun vermehrt den Attacken der Gastgeber ausgesetzt und in der 11. Minute verkürzte Andreas Geipel mit seinem ersten Powerplay-Tor auf 1:2, als Jaakko Hagelberg auf der Strafbank saß.
In der temporeichen und sehr hart geführten Partie rückte immer wieder Schiedsrichter Franz-Josef Trainer – der auch das Spiel heute im Ellental leiten wird – in den Blickpunkt. „Mit seinen Entscheidungen waren beide Seiten nicht zufrieden“, sagte Steelers-Pressesprecher Oliver Mayer.
Bietigheim hielt die Partie auch im zweiten Drittel offen, musste aber den Ausgleich hinnehmen, als mit Hagelberg und Alexander Dotzler gleich zwei Spieler in die Kühlbox geschickt wurden. Erneut Geipel ließ sich diese Chance nicht entgehen und überwand Torhüter Patrick Koslow in der 31. Minute zum 2:2.
Im Schlussabschnitt gaben zunächst die Steelers den Ton an, verpassten aber durch Alexandre Jacques das 3:2, der in der 45. Minute an Cannibals-Keeper Martin Cinibulk scheiterte.
Auf der anderen Seite bewies Thomas Daffner drei Minuten später mehr Präzision und sorgte für den Landshuter Siegtreffer. Zu tumultartigen Szenen kam es nach der Schlusssirene. Auslöser war Cannibals-Verteidiger Chris St. Croix mit seinem Stockschlag gegen Alexander Serikow. Für Zündstoff ist also gesorgt, wenn beide Teams heute Abend erneut die Klingen kreuzen. Spiel 3 steigt dann bereits am Ostermontag um 18 Uhr in Landshut.
Karl-Heinz Ullrich

