Keine AlibisDaniel Held ist auch im dritten Anlauf nicht über die Rolle eines Interimstrainers beim Eishockey-Zweitbundesligisten SC Bietigheim-Bissingen hinausgekommen. Dem 50 Jahre alten Deutsch-Kanadier, der quasi schon zum Inventar der Steelers zählt und mit dem man eigentlich längerfristig arbeiten wollte, wurde der Sturz ans Tabellenende mit zum Teil indiskutablen Auftritten seiner Mannschaft zum Verhängnis.
Ihm half auch der spektakuläre 7:4-Sieg am Freitagabend gegen Spitzenreiter Landshut nicht mehr, die Entscheidung für einen Trainerwechsel hatten die Verantwortlichen um Präsident Hans-Günther Neumann schon unter der Woche gefällt.
Fast genau ein Jahr, nachdem Meistercoach Christian Brittig im Ellental den Laufpass erhalten hatte, erwischte es nun seinen Nachfolger, dem es in der vergangenen Saison noch gelang, die drohende Abstiegsrunde zu vermeiden und in die Pre-Play-offs einzuziehen. In dieser Runde stellte sich Held nach Niederlagen zunächst schützend vor seine Spieler, dann probierte er es mit Umstellungen der Reihen und einem neuen Torhüter, schließlich mit kritischen Worten und harter Hand wie dem Streichen von freien Tagen.
Doch der Meister von 2009 hatte bereits viel Kredit bei den Sponsoren und bei den Fans verspielt, von denen immer weniger zu den Heimspielen kamen. Auch mit Blick auf die neue Eisarena, in der in gut einem Jahr gespielt werden soll, zog der Verein jetzt die Notbremse. Unter dem neuen Coach Kevin Gaudet müssen Kapitän Doug Andress und Co. jetzt zeigen, ob die Qualität tatsächlich reicht, um sich noch Richtung Play-offs zu orientieren. Alibis gibt es jedenfalls keine mehr.
Quelle:
www.ludwigsburger-kreiszeitung.de