Steelers blicken tiefer in den Abgrund als je zuvor
Bietigheim-Bissingen – In der Vergangenheit hatte Eishockey-Zweitbundesligist SC Bietigheim-Bissingen quasi ein Abonnement auf die Play-off-Teilnahme. In dieser Saison geht es derzeit in erster Linie darum, die Abstiegsrunde zu vermeiden.
Mit den Niederungen der Tabelle ist man im Ellental nicht vertraut, doch nach der neunten Niederlage im 11. Saisonspiel blickt man bei den Steelers tiefer in den Abgrund als je zuvor.
Denn als Tabellenelfter weisen die Schwaben bereits acht Punkte Rückstand auf die Lausitzer Füchse auf, die auf Rang 10 als letztes Team die sogenannten Pre-Play-offs bestreiten würden. Bietigheim würde nach derzeitigem Stand zusammen mit den Schlusslichtern aus Landshut und Hannover einen Absteiger in die Oberliga ausspielen.
Das ist zwar alles noch Zukunftsmusik – schließlich liegen noch 37 Spiele vor den Steelers – doch die aktuelle Situation ist Besorgnis erregend. Bei der 1:3-Derbyniederlage am Sonntag gegen die Heilbronner Falken versuchte Trainer Christian Brittig immer wieder, seine Spieler in die richtige Spur zu bringen.
Doch bereits im ersten Drittel wurde die Niederlage besiegelt, als sich die Gastgeber den Schneid abkaufen ließen. „Da waren wir sehr aggressiv“, lobte Falken-Coach Rico Rossi, während Brittig den letzten Biss bei seinem Team vermisste. „Wir müssen uns auch mal in die Schüsse reinschmeißen“, forderte er.
Stabilität benötigen die Steelers ganz dringend auf der Torhüterposition. Mehrfach nahm Brittg – auch während der Spiele – einen Wechsel zwischen Martin Cinibulk und Martin Morczinietz vor, doch die Fehlerquote bei beiden Keepern blieb hoch.
Gegen Heilbronn ließ sich Morczinietz kaum etwas zuschulden kommen, was auch sein Trainer erfreut registrierte: „Martin hat seine Sache gut gemacht.“ Der 26-Jährige dürfte also auch heute im Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven (20 Uhr, Eisstadion Ellental) wieder von Beginn an zwischen den Pfosten stehen.
Mit den Norddeutschen, die nach dem Kantersieg gegen Kaufbeuren (11:4) und dem 3:1-Erfolg in Hannover auf Rang 3 hochgerückt sind, hat Bietigheim noch eine Rechnung offen. Denn zum Saisonauftakt ging man in Bremerhaven mit 0:6 unter.
Die Aufgabe am Sonntag dürfte für die Schwaben nicht einfacher werden, denn Gastgeber Rosenheim hat sich als Aufsteiger punktgleich hinter Bremerhaven auf Platz 4 etabliert und zuletzt Spitzenreiter Schwenningen in die Verlängerung gezwungen.
Karl-Heinz Ullrich
Quelle: www.ludwigsburger-kreiszeitung.de

