ANALYSE
Glücksgriff Kevin GaudetDer erfahrene Kanadier, der zuvor in der Wedemark bzw. in Hannover viel Geschick bei der Entwicklung einer Mannschaft bewiesen hatte, zog 2012 zunächst die Notbremse und bewahrte den taumelnden Club vor dem Absturz in die Oberliga. Anschließend stellte der 51-Jährige einen Kader nach seinen Vorstellungen zusammen und wusste auch mit Budgets, die nicht an die Ligaspitze heranreichten, fast das Optimum herauszuholen. Gaudets Erfolgsbilanz macht Eindruck: zweimal Zweitliga-Meister (2013 und 2015), einmal Vizemeister (2014) sowie zweimal Pokalsieger (2012 und 2013).
Gaudet, der schon länger einen Vertrag für die kommende Saison in der Tasche hat, ist aber noch längst nicht am Ziel angelangt. „Meine Vision ist es, die Steelers in die DEL zu bringen.“ Die immer noch fehlende Verzahnung mit der Eliteliga bremste Bietigheim allerdings auch in dieser Saison einmal mehr aus. Vor zwei Jahren war man nah dran, doch beim Lizenzkauf von den Hannover Scorpions hatte Steelers-Finalgegner Schwenningen am Ende die besseren finanziellen Argumente.
Mittelfristig benötigt man wohl auch im Ellental neue Reize, auch wenn die Steelers ihren Zuschauerschnitt in der Hauptrunde auf respektable 2785 Fans steigern konnten. Apropos Hauptrunde: Am Ende – nach 52 Spielen – hatte Bietigheim fast unglaubliche 114 Punkte auf dem Konto. Die Dominanz setzte sich in den Play-offs fort mit Seriensiegen gegen Dresden, Landshut und Titelverteidiger Bremerhaven. Die Weichen für die neue Saison sind bereits gestellt: Mit Rene Schoofs, Markus Gleich, Robin Just, Marcus Sommerfeld, Adam Borzecki und Max Prommersberger wurden Leistungsträger frühzeitig gebunden. Und am Ehrgeiz des Trainers wird das Unternehmen Titelverteidigung ganz sicher nicht scheitern. „Ob beim Eishockey oder beim Kartenspielen mit meiner Frau – ich will immer gewinnen“, räumte Kevin Gaudet einmal ein.
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