Bietigheim-Bissingen – Beim 5:3-Erfolg am Freitag in Weißwasser leistete sich Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen 13 Strafzeiten, bei der 1:2-Heimniederlage gegen die Eispiraten Crimmitschau deren neun. „So können wir im Play-off nichts gewinnen“, stellte Trainer Christian Brittig ernüchtert fest.
Das Erreichen der Endrunde hätten die Steelers gestern Abend auch rechnerisch in trockene Tücher bringen können. Ins Hintertreffen brachten sie sich jedoch erneut mit (zu) vielen ungestümen Abwehr-Aktionen.
Donny Grover, „Strafbank-König“ am Freitag, bekam gestern vom Coach eine Denkpause verordnet. Da Verteidiger Teemu Kesa nach seiner Sperre in den Kader zurückkehrte, musste Grover aufgrund der Ausländerregel aussetzen, zumal Rod Hinks seinen Platz im Offensiv-Kontingent behalten durfte.
Gleich der erste Check von Matthias Hart gegen die Bande und die folgende Dezimierung wurden mit dem frühen Rückstand bestraft. Ausgerechnet der Ex-Bietigheimer Patrick Grandmaitre traf in der dritten Minute zum 1:0. Der Blitzstart passte den in den vergangenen Wochen groß in Fahrt gekommenen Gästen perfekt ins Konzept. Mit einem wahren Bollwerk verriegelten sie ihr Drittel, die Steelers suchten vergeblich ihren Spielfluss. In der 18. Minute verhinderte Torwart Patrick Koslow bei einem Schuss von Dave Bonk einen höheren Rückstand.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts verpassten Jaakko Hagelberg (Außennetz) und Matthias Hart (Nachschuss) den Ausgleich. Als Kesa gegen Philipp Gunkel einen Penalty verursachte, trat Jason Becker zum Duell mit Koslow an, der erneut Kaltschnäuzigkeit und Antizipationsvermögen demonstrierte.
Im dritten Drittel waren keine drei Minuten gespielt, da schlug es dann doch zum zweiten Mal hinter Koslow ein. Mit Martin Schweiger und Peter Kathan saßen gleich zwei Steelers-Akteure in der Kühlbox, so dass Josh Liebenow nach Vorarbeit von Becker und Markus Gleich zum 2:0 abschließen konnte. Die hektische Aufholjagd der Gastgeber, deren Fans sich auf ein Sechs-Punkte-Wochenende gefreut hatten, brachte nur noch den Anschlusstreffer durch Hart, der in der 54. Minute von Alexander Serikow und Kapitän Heiko Smazal bedient wurde.
Am Freitag in Weißwasser waren die Steelers nach einer scheinbar sicheren 3:0-Führung noch einmal mächtig unter Druck gekommen. „Wenn der Koslow nicht so gut hält, hätte es auch noch in die Hose gehen können“, bedankte sich Coach Brittig bei seinem jungen Keeper.
Nach den Toren von Serikow (17./26.) und Hinks (24.) fühlten sich die Bietigheimer vielleicht auch schon ein bisschen zu sicher. Carsten Gosdeck (42./45.) hievte die Füchse mit einem Doppelschlag ins Spiel zurück. Dan Heilmans Unterzahltor zum 4:2 (48.) war Gold wert.
So ließen sich auch die insgesamt 13 Strafzeiten kompensieren. Blut und Wasser schwitzten die Steelers, als im letzten Drittel Grover (zweimal), Serikow und Schweiger Strafzeiten absaßen und die Füchse alles nach vorne warfen, erst recht nach Chanse Fitzpatricks 3:4 (55.).
Erst nach Florian Jungs 15. Saisontor in der Schlussminute konnten sich die Steelers sicher sein, dass die Niederlagenserie beendet war.
Erich Wagner

Crash vor dem Tor: Steelers-Stürmer Steve Washburn kollidiert mit Torwart Sinisa Martinovic.
Bild: BaumannEine Flut von Strafzeiten bringt Steelers ins Hintertreffen
Bietigheim-Bissingen – Beim 5:3-Erfolg am Freitag in Weißwasser leistete sich Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen 13 Strafzeiten, bei der 1:2-Heimniederlage gegen die
Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung

