Bietigheim-Bissingen – Es gibt erfreuliche und weniger erfreuliche Ranglisten: Eishockey-Zweitbundesligist SC Bietigheim-Bissingen zum Beispiel ist Tabellenführer nach Punkten und Toren, aber Liga-Schlusslicht in der Zuschauergunst.
Nach neun Spielen können die Steelers mit acht Siegen und nur einer Niederlage eine fast einmalige Erfolgsbilanz vorweisen. Seit Wochen grüßt die Mannschaft von Trainer Christian Brittig von Platz 1, doch bislang registrierten nur 1450 Zuschauer im Schnitt den Höhenflug der Schwaben.
Etwas mehr Zuspruch hätte sicher das heutige Heimspiel verdient, denn mit den Landshut Cannibals kreuzt um 20 Uhr der Tabellendritte im Ellental-Eisstadion auf, mit dem der Spitzenreiter noch eine Rechnung offen hat.
Denn in der vergangenen Saison scheiterten die Steelers im Play-off-Viertelfinale an dem bayerischen Traditionsclub und konnten von fünf Duellen nur eines für sich entscheiden.
Die Stärke der Cannibals beeindruckte damals nicht nur den gebürtigen Landshuter Christian Brittig, so dass sich Bietigheim für die neue Saison Verteidiger Andreas Geipel sowie die Stürmer Brent Walton und Dominik Hammer vom Play-off-Kontrahenten angelte.
„Wir haben uns gegenüber der vergangenen Saison qualitativ verbessert“, hat auch Brittig mit Freude registriert. „Entscheidend aber ist, dass wir auch das kämpferische Element beibehalten haben. Deshalb sind wir bisher für unser Engagement belohnt worden.“
Auch die Rückkehr des Kapitäns ist absehbar. „Heiko Smazal ist eventuell in der nächsten Woche wieder mit dabei“, teilte Brittig gestern mit. Der Verteidiger trainiert nach seinem Mittelhandbruch bereits wieder mit der Mannschaft, allerdings ergab eine Nachuntersuchung, dass, so Brittig, „wenn er an diesem Wochenende schon wieder spielt, die Gefahr noch zu groß ist, sich erneut zu verletzen.“
Den Steelers bietet sich heute Abend die Chance, den Vorsprung auf den punktgleichen Verfolger aus Bad Tölz auszubauen, denn die Löwen sind spielfrei.
Am Sonntag kann Bietigheim dann beim Gastspiel in Garmisch-Partenkirchen nachlegen, wenn es um 19 Uhr gegen den SC Riessersee geht. Das Team von Trainer Kim Collins ist schlecht aus den Startlöchern gekommen und liegt nur auf Platz 10. Am vergangenen Wochenende bahnte sich im Spiel gegen Ravensburg ein Debakel an, als Riessersee zu Beginn des dritten Drittels 1:7 zurücklag. Doch dann starteten die Bayern eine Aufholjagd, die allerdings beim Stand von 6:7 endete. Mittlerweile hat der SC den Vertrag mit dem Schweden Fredrik Davidsson aufgelöst, der den Anforderungen nicht genügte.
Karl-Heinz Ullrich

Unerschrockener Youngster: Der 20 Jahre alte Steelers-Verteidiger Pascal Schoofs (links).
Bild: Baumann
Quelle LKZ

