Play-offs bleiben für EnBW und Steelers ein Thema
Alle Achtung: Ein Dutzend Pflichtspiele haben die Bundesliga-Basketballer der EnBW Ludwigsburg seit dem 22. Dezember bestritten und davon nur zwei verloren – oder, besser gesagt: Nicht weniger als zehn gewonnen. Respekt!
Und seit dem mit großer Nervenstärke (allen voran Brandon Woudstra mit seinen hundertprozentig verwandelten 15 Freiwürfen) errungenen 91:84 über die Eisbären Bremerhaven stehen die Aktien für eine erneute Play-off-Teilnahme – es wäre die vierte in Serie – besser als seit vielen Wochen. Man hat wieder Kontakt zu Platz 8, von dem man lediglich zwei Pluspunkte entfernt ist.
Ein Grund zum gemütlichen Zurücklehnen ist das noch lange nicht, doch wer wollte bestreiten, dass das Leistungsbarometer der EnBW „Steigend“ anzeigt? Und das nach einer nicht zu übersehenden, gewissen Verunsicherung, ja Ratlosigkeit in EnBW-Kreisen noch im Spätherbst.
Doch das scheint lange zurückzuliegen. Die Mannschaft hat sich mit ihren jüngsten Erfolgen förmlich freigespielt aus dem großen Schatten, den Spielmacher Jerry Green hinterlassen hatte.
In dessen Fußstapfen konnte der eigentlich als Green-Nachfolger verpflichtete Ronald Ross nicht so recht treten; er ist eben ein ganz anderer Spielertyp. Und auch Woudstra oder der zuletzt verpflichtete Heiko Schaffartzik durften (konnten) nicht an Green gemessen werden.
Für Trainer Silvano Poropat eine harte Nuss, die da zu knacken war. Und natürlich auch eine Versuchung, als ihm vom Verein freie Hand gelassen wurde, sich doch noch einmal nach einem „Green-Ersatz“ umschauen zu dürfen.
Es war eine Mischung aus Risiko und Selbstbewusstsein, die ihn das Angebot ausschlagen ließ, „weil ich Vertrauen in meine Mannschaft habe“, wie er schon vor längerer Zeit sagte.
Auch wenn es noch ein langer Weg ist bis zur neuerlichen Play-off-Qualifikation (die nächsten beiden der insgesamt noch 13 ausstehenden Punktspiel-Aufgaben am Samstag bei Science City Jena und am 9. März in der Rundsporthalle gegen die EWE Baskets Oldenburg könnten die EnBW-Aussichten weiter beflügeln), so hat sich zumindest für den Moment ausgezahlt, mit Geduld und Beharrlichkeit den eingeschlagenen Weg fortgesetzt zu haben. Und Poropat, der sicher auch gern einen „neuen“ Green im Team gehabt hätte, hat letztlich das getan, was gute Trainer tun müssen: Wenn man schon nicht die „Idealst“-Spieler für alle Positionen zur Verfügung hat, dann muss man eben das eigene System danach ausrichten, dass die individuellen Fähigkeiten der vorhandenen Akteure am besten im und für das Mannschaftsgefüge zum Tragen kommen.
Im Augenblick sieht es ganz danach aus, als sei ihm das nachhaltig gelungen. Weitere Steigerungen sind aber durchaus noch gewünscht – auch von Poropat.
Nach der jüngsten Niederlagenserie ist die Play-off-Teilnahme zwar wieder in Gefahr geraten, dennoch treibt Eishockey-Zweitbundesligist SC Bietigheim-Bissingen die Personalplanungen für die neue Saison kräftig voran. Gleich zehn Verträge mit Spielern des aktuellen Kaders wurden verlängert – das Gerüst steht also bereits.
„Uns war wichtig, die Eckpfeiler des zukünftigen Kaders frühzeitig an den Club zu binden, um keinen großen Umbruch im Team zu haben“, sagte Michael Komma, der Sportliche Leiter der Steelers. Komma betonte, dass „auch alle anderen Spieler die Chance haben, sich bis zum Saisonende für einen Kontrakt zu empfehlen.“
Den Schwaben erhalten bleiben Torhüter Patrick Koslow, die Verteidiger Mike Smazal, Alexander Dotzler und Dirk Wrobel sowie die Stürmer Alexander Serikow, Florian Jung, Dan Heilman, Max Seyller, Rene Schoofs und Justin Kelly.
Der Kanadier Kelly wird derzeit im Team von Trainer Christian Brittig als Führungsspieler schmerzlich vermisst. Doch es besteht Hoffnung, dass der 1,95 m große Center seine Schulterverletzung bis zum Beginn der Play-offs auskuriert hat.
Welche Rolle sein Landsmann WRod Hinks dann spielen wird, ist derzeit offen. Zuletzt musste der 34 Jahre alte Routinier als überzähliger Ausländer auf der Tribüne Platz nehmen, da er ganz offensichtlich das System von Brittig noch nicht verinnerlicht hat.
Fehlen wird den Steelers am Freitag im wichtigen Spiel bei den Lausitzer Füchsen Verteidiger Teemu Kesa. Der Finne handelte sich beim 3:5 gegen den SC Riessersee erneut eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein und ist damit in Weißwasser gesperrt. In der Strafzeitenwertung der Liga baute Kesa seinen Spitzenplatz derweil aus und kommt inzwischen auf 182 Minuten.
Hans-Horst Bauer und Karl-Heinz Ullrich
Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung

