Bietigheim-Bissingen – Nach 48 „Vorbereitungsspielen“ beginnt heute Abend um 20 Uhr im Ellental-Eisstadion der Ernstfall für Eishockey-Zweitbundesligist SC Bietigheim-Bissingen – und im Play-off-Viertelfinale gegen den SC Riessersee spricht eigentlich fast alles für ein Weiterkommen der Steelers.
Die Bilanz nach der Hauptrunde spricht Bände. Die Mannschaft von Trainer Christian Brittig hat sich als Klassenprimus behauptet, 106 Punkte eingefahren und in 48 Spielen nur 12 Mal das Eis als Verlierer verlassen.
Weitere Bestmarken gefällig: Die meisten Tore (177), die wenigsten Gegentore (97), die wenigsten Strafminuten pro Spiel (12,79), sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl die beste Mannschaft der Liga. Dazu mit Sinisa Martinovic die Nummer 1 der Torhüter im Liga-Vergleich, mit Doug Andress und Stephane Robitaille führen zwei DEL-erfahrene Spieler die Scorer-Wertung bei den Verteidigern an und Brent Walton und Justin Kelly zählen zu den produktivsten Stürmern der 2. Bundesliga.
Zudem macht auch die Hauptrunden-Bilanz gegen Play-off-Kontrahent Riessersee Mut. Alle vier Vergleiche mit dem Traditionsclub aus Garmisch-Partenkirchen entschieden die Bietigheimer für sich: 8:0, 6:0, 5:3 und 4:3.
Allerdings hat das Team von Trainer Gerhard Brunner in der Play-off-Qualifikation Selbstvertrauen getankt, denn die höher eingeschätzten Wölfe aus Freiburg (die für die nächste Saison Steelers-Youngster Barry Noe unter Vertrag nahmen) wurden in zwei Spielen (5:4 nach Verlängerung, 6:1) aus dem Rennen geworfen.
Das nötigt auch Christian Brittig Respekt ab: „Riessersee hat eine gute Entwicklung genommen.“ Und Riessersees Manager Ralph Bader sieht seine Mannschaft zwar in der Außenseiterrolle, aber keinesfalls chancenlos: „Ich glaube nicht, dass die Serie nach vier Spielen zu Ende ist.“
Mit Jason Guidarelli und Brad Self verfügt Riessersee über zwei exzellente Stürmer, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können. Als starker Rückhalt erwies sich beim SCR in dieser Saison der kanadische Torhüter Mark McArthur.
Für die Steelers, die in den vergangenen neun Zweitliga-Jahren nur einmal die Play-offs verpassten, soll diesmal nicht schon wieder nach dem Viertelfinale Schluss sein. Sollten Kapitän Heiko Smazal und Co. so konstant auftreten wie in der Hauptrunde, dürfte erstmals auch der Einzug in die Finalserie kein Traum bleiben.
Karl-Heinz Ullrich

Vorfreude auf die Play-offs: Steelers-Coach Christian Brittig.
Bild: Baumann
Quelle: LKZ

