Stuttgarter Zeitung vom 13.08.09




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Stuttgarter Zeitung vom 13.08.09

Beitragvon Petra » 14.08.2009, 07:00

Die Meisterjungs sollen es wieder richten
Eishockey. Die Bietigheim Steelers müssen wegen der Wirtschaftskrise aber mit einem Mini-Kader auskommen. Von Daniel Renkonen

Noch unvergessen sind die Bilder aus der Münchener Olympiahalle: Eine jubelnde Steelers-Mannschaft hat Ende April in den Katakomben die Zweitliga-Meisterschaft gefeiert. Und draußen auf den Rängen sangen die freudetrunkenen Fans: "Hey, was geht ab!" Nichts ging ab. Die Realität hatte die Steelers wieder einmal eingeholt, wie so oft in der Vergangenheit. Nach dem größten Triumph in der Vereinsgeschichte folgte die größte Pleite: Der Meister konnte nicht aufsteigen, weil der Etat von den Sponsoren nicht aufgestockt wurde. Ausgerechnet in der Stunde des größten Erfolgs geriet Hauptsponsor Porsche ins Straucheln und machte keine zusätzlichen Gelder mehr locker. Dazu hat es die Stadt versäumt, rechtzeitig eine DEL-taugliche Halle zu bauen. Nicht einmal zu einer Machbarkeitsstudie konnte sich der Gemeinderat bisher durchringen, während der Verein auf glühnden Kohlen saß.

Nun müssen die Steelers wieder bei Null anfangen. Noch steht die Meisterschale im Trophäenschrank, aber die Jäger liegen schon auf der Lauer. Die halbe Liga will dem Meister in der neuen Saison ein Bein stellen, zumal die Bietigheimer notgedrungen mit einem Mini-Kader von 18 Spielern antreten müssen. Trainer Christian Brittig musste beispielsweise einige Spieler wie den nimmermüden Dan Heilman oder den spielstarken Andrej Kaufmann zähneknirschend ziehen lasssen. Zumindest Kaufmann hätte gerne weitergemacht. Er spekuliert offenbar auf eine Rückkehr. Zu allem Überfluss verletzte sich Außenstürmer Brent Walton beim Vorbereitungsturnier in Heilbronn. Er fällt für mindestens vier Wochen aus. Doch dem Verein sind finanziell die Hände gebunden, so dass es vorerst keine Neuverpflichtungen geben soll.

"Die Wirtschaftskrise hat unseren Sport voll getroffen", sagt Trainer Christian Brittig. Der niederbayerische Meistermacher ist schon zu lange im Geschäft dabei, um sich etwas vorzumachen. "Ich habe als Spieler drei Konkurse mitgemacht und weiß, wie das ist, wenn während der Saison plötzlich mehrere Monate kein Gehalt mehr auf das Konto kommt."

Bei den Bietigheimern ist zwar noch genügend Geld vorhanden, aber der Etat musste stark zurückgefahren werden. Er soll noch bei knapp über zwei Millionen Euro liegen. Sportdirektor Michael Komma und sein Trainer standen also vor der Wahl: Entweder trennt sich der Verein von Leistungsträgern, um mehr Quantität zu bekommen. Oder er hält die guten Spieler und kann dafür auf dem Transfermarkt nicht mehr nachlegen. Komma und Brittig haben sich für die letztere Variante entschieden: Sie haben ihre Meisterjungs gehalten, allerdings nicht um jeden Preis. Nach zähen Verhandlungen sollen fast alle Spieler wegen der Finanzkrise Abstriche bei ihren Bezügen akzeptiert haben. Und den kanadischen Topstürmer Justin Kelly konnten die Steelers nur halten, weil ein schwedischer Proficlub sein Vertragsangebot nicht konkretisiert hat.

Den insgesamt fünf Abgängen steht mit dem 20-jährigen Stürmer Marc Wittfoth vom Juniorenteam des DEL-Meister Eisbären Berlin nur ein einziger Neuling gegenüber. Damit ist der Kader deutlich kleiner, als in der Vorsaison. Das könnte bei über 50 Spielen ins Auge gehen. "Wir müssen hoffen, dass sich keiner ernsthaft verletzt", weiß Brittig. Entsprechend gut vorbereitet starten die Bietigheimer in die Saison. Wie im Vorjahr wurde den Kufencracks ein hartes Konditions- und Krafttraining verordnet. "Die Fitnesswerte sind schon recht gut", sagt Brittig.

Die Hoffnung für weitere Neuverpflichtungen haben er und Sportdirektor Komma dennoch nicht aufgegeben. Drei Spieler sollen über ihre Vermittler schon angefragt haben. "Die würde ich sofort kriegen", ist sich Brittig sicher. Dafür müssten die Sponsoren aber finanziell drauflegen. Das erscheint eher fragwürdig, zumal noch gar nicht feststeht, ob Hauptsponsor Porsche seinen Sponsorenvertrag über die laufende Saison hinaus verlängert. "Es gab noch keine Gespräche", bestätigt Pressesprecher Oliver Mayer. Auch in Sachen Hallenneubau tut sich an der Enz weiterhin nichts. Der alte Gemeinderat hat dem neu gewählten Gremium die Entscheidung überlassen.

Derweil will sich die Mannschaft von den Unsicherheitsfaktoren nicht beirren lassen. "Wir sind hochmotiviert und wollen unseren Titel verteidigen", sagt Stürmer Dirk Wrobel sebstbewusst.

Die Steelers starten am 11. September (20 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den EV Landshut in die neue Saison. Das erste Testspiel auf dem heimischen Eis findet an diesem Samstag (17 Uhr) in der Eishalle-Ellental gegen Ligakonkurrent Hannover Indians statt.
Quelle: www.stuttgarter-zeitung.de
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