Stuttgarter Zeitung vom 17.04.09




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Stuttgarter Zeitung vom 17.04.09

Beitragvon Petra » 17.04.2009, 07:55

Die DEL macht Bietigheim Hoffnung
Sollten die Steelers Zweitligameister werden, wird ein Aufstieg in die erste Liga wahrscheinlicher

BIETIGHEIM. Gewinnt der SC Bietigheim-Bissingen die heute (20 Uhr/Ellental) beginnende Finalserie der Play-offs gegen München, kann der Club in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) aufsteigen. Die DEL sendet entsprechende Signale - trotz der viel zu kleinen Halle.
Von Johannes Scharnbeck

Hans-Günther Neumann will auf gar keinen Fall, dass er und sein Verein mit einer betrunkenen Maus verglichen werden. Für den Präsidenten des SC Bietigheim-Bissingen ist ein alkoholisiertes Nagetier das warnende Beispiel schlechthin. Und wenn Neumann derzeit von den DEL-Träumen des Zweitligisten berichtet, erzählt er gerne die Maus-Anekdote: Eine Maus liegt im Keller vor einem kaputten Fass und trinkt den Wein, der aus einem Loch tropft. Davon wird sie so betrunken, dass sie schließlich in die Küche hinaufsteigt und "Jetzt knöpf" ich mir die Katz vor" ruft. Das endet für die Maus natürlich böse.

Für Neumann ist der nagende Säufer das Sinnbild für Selbstüberschätzung und Übermut. "Deshalb wollen wir in Bietigheim nicht die Maus sein und uns mit der DEL übernehmen", sagt er. Seit Wochen mahnt der Clubpräsident daher zur Zurückhaltung, wenn er auf die Aufstiegshoffnungen angesprochen wird. Auch Neumanns Sportdirektor Michael Komma betont: "Wir wollen ja nicht nach einem Jahr in der DEL pleite sein."

Die selbst verordnete Zurückhaltung der Steelers-Verantwortlichen ist verständlich, schließlich kann nur der Meister der zweiten Liga am Lizenzierungsverfahren der DEL teilnehmen. Doch Neumanns Ziel für die ersten Finalspiele der Vereinsgeschichte ist nicht mehr so defensiv: "Wir wollen natürlich gewinnen." Sollte Bietigheim also heute im ersten Heimspiel der Play-off-Finals und in zwei weiteren Partien der Serie "best of five" den EHC München besiegen, sind die Steelers schon Meister. Dann hätte der Club bis Ende April Zeit, die Unterlagen bei der DEL einzureichen. "Es gab bereits ersten lockeren Kontakt zur Geschäftsführung der Steelers", bestätigt der DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. "Ich habe das Gefühl, dass das Interesse da ist und dass sich die Verantwortlichen intern schon mit der DEL beschäftigt haben."

Als Pflichtbedingung für die Teilnahme in der DEL wäre zunächst eine Bürgschaft in Höhe von 800 000 Euro fällig, außerdem müsste der SC Bietigheim schuldenfrei sein und den Etat von etwa 2,5 Millionen Euro um eine Million Euro erhöhen, um konkurrenzfähig zu sein. "In diesen Bereichen gehen wir klar davon aus, dass der Club sie ohne Probleme erfüllt", sagt Tripcke.

Eine Ausnahmeregelung werden die Steelers allerdings auf jeden Fall für die DEL-untaugliche Eishalle im Ellental benötigen. Die Heimspielstätte ist mit einem Fassungsvermögen von 3300 Besuchern viel zu klein - in der DEL gelten 4500 Zuschauer als Mindestgröße. Zudem besitzt der SC zu wenige Sitzplätze (800). Bietigheim müsste also eine Übergangsgenehmigung beantragen, um besonders die Spiele gegen die großen Clubs wie Mannheim und Berlin in der Stuttgarter Porsche-Arena austragen zu können. Im Dezember 2008 betonte der DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke gegenüber der StZ noch: "Mit der Halle hat Bietigheim auch auf eine Ausnahmeregelung kaum eine Chance." Doch mittlerweile hört er sich schon ganz anders an. "Übergangsweise könnten die Steelers auch nur 15 bis 26 Spiele in Stuttgart austragen. Es ist klar, dass nicht alle Spiele in der Porsche-Arena stattfinden können."

Somit könnte vorübergehend auch im Ellental DEL-Eishockey gespielt werden. "Die Steelers müssen den Gesellschaftern die Übergangslösung schmackhaft machen", sagt Tripcke. Denn Bietigheim würde die Ausnahmegenehmigung nur erhalten, wenn die Gesellschafter der 15 DEL-Clubs dem Antrag mit einer Dreiviertelmehrheit zustimmen. Allerdings fordert Tripcke von den Steelers auch ein Konzept, das für die Zukunft eine moderne und den DEL-Maßstäben entsprechende Spielstätte vorsieht.

Der Zeitraum, dass eine neue Multifunktionshalle in Bietigheim erst in etwa drei Jahren bezugsfertig sein könnte, erscheint ihm als zu lang. Tripcke betont jedoch auch: "Wir stellen diese Bedingungen an die Steelers nicht, weil wir sie schlechtmachen wollen und München mit ihrer DEL-tauglichen Halle favorisieren (Anm. d. Red.: die dortige Eishalle fasst 6256 Zuschauer). Beide Standorte sind für uns sehr interessant, und da es keine Nachrückerregelung gibt, gucken wir uns eh nur den Zweitligameister an."

Der Steelers-Sportdirektor Michael Komma sieht der Finalserie daher entspannt entgegen. "Wir müssen nicht aufsteigen. Aber die DEL sucht einen 16. Club, sie wird den Zweitligameister bestimmt aufnehmen und für uns eine Ausnahmeregelung finden."
Quelle: http://www.bild-zeitung.de
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